NFL, Week 6: Vikings-Quarterback Cousins findet Diggs gleich dreimal

Watson übertrumpft Mahomes - Mayfield mit Höhen und Tiefen

Lief zweimal selbst in die Endzone: Texans-Quarterback: Deshaun Watson (#4).

Lief zweimal selbst in die Endzone: Texans-Quarterback Deshaun Watson (#4). Getty Images

Diggs läuft in die Tiefe

Minnesotas Quarterback Kirk Cousins steht immer wieder in der Kritik - aber begann seinen ersten Drive (13 Plays, 70 Yards) erst einmal mit einer feinen Bogenlampe auf Adam Thielen. Den zweiten Vortrag der Hausherren vollendete Kicker Dan Bailey zum 10:0, ein Start nach Maß.

Die Eagles standen in diversen Mannschaftsteilen etwas neben sich. Dazu kam ein tiefer Lauf von Stefon Diggs, inszeniert von Cousins' weitem Pass - 17:3 für die Vikings. Die Antwort der Gäste: Ein Turnover on downs. Stattdessen: Der nächste tiefe Lauf von Diggs, die nächste Granate von Cousins, eine einseitige erste Hälfte.

Eagles-QB Carson Wentz betrieb nach einem eigenen starken Run Schadensbegrenzung und fand Miles Sanders, der auf 10:24 verkürzte. Kurz vor der Pause versuchte Philly einen vermeintlichen Field-Goal-Versuch zu einem Touchdown-Play (oder zumindest einem First Down) zu verwandeln, Kicker Jake Elliott warf als "Ersatz"-QB jedoch eine Interception.

Keine drei Minuten waren im dritten Quarter gespielt, da fand der etatmäßige Spielmacher, Wentz, Receiver Alshon Jeffery - nachdem er nur sechs Plays für 75 Yards gebraucht hatte. Die Wentz-Jeffery-Connection schien sich in der Folge einzugrooven. Sie trug jedoch keine wirklichen Früchte, was sie von ihrem Gegenstück unterschied: Cousins fand ein drittes Mal Diggs, Wentz hatte keine Antwort parat.

Mann des Abends: Stefon Diggs (#14) fing drei Touchdown-Pässe von Kirk Cousins.

Mann des Abends: Stefon Diggs (#14) fing drei Touchdown-Pässe von Kirk Cousins. Getty Images

Der erste Drive im letzten Abschnitt sorgte für die Vorentscheidung, schlussendlich ließ sich Running Back Dalvin Cook bejubeln - 38:20 für die Vikings. Ein Vorsprung, den sich Minnesota nicht mehr nehmen ließ und der den Schlagabtausch zweier Teams entschied, die zuvor bei drei Siegen und zwei Niederlage standen. Wichtig, wenn man auf Statistiken achtet. Bei einem 4:2-Record erreichten historisch gesehen 63 Prozent der Teams die Play-offs, 3:3-Teams nur zu 36 Prozent.

Chiefs: Nach dem Traumstart kommt nicht mehr viel

Das vielleicht unterhaltsamste NFL-Team wurde seinem Ruf zeitig gerecht. Bei 3rd & 21 gab es früh eine typische Schleuder von MVP Patrick Mahomes, Star-Receiver Tyreek Hill behauptete sich zwischen zwei Verteidigern und warf sich im Anschluss rechtzeitig über die Goalline. 7:0 für KC. Die Chiefs kamen so richtig ins Rollen. Nach einem Field Goal von Kicker Harrison Butker fand zunächst ein Touchdown des Superbowl-Kandidaten keine Anerkennung - wenig später warf Mahomes zu Damien Williams und es stand doch 17:3. Die nächste Machtdemonstration?

Mahomes' Konterpart Deshaun Watson bediente anfangs des zweiten Viertels Duke Johnson, der mit ausgestrecktem Arm über die Goalline ragte. Und die Gäste legten nach, in einer Phase, in der Kansas City stockte und Mahomes sogar eine Interception warf. Texans-Running-Back Carlos Hyde trug das Ei schließlich in die Endzone - nur noch 16:17. Und weil Butker ein 50-Yard-Field-Goal verschoss, bevor Mahomes fumblete, eröffnete sich Houston vor der Pause gar die Chance zur Führung: Watson lief höchstselbst in die Endzone. 20:0 im zweiten Viertel, insgesamt 23:17 für die Texans zur Pause.

In einem ereignisärmeren dritten Abschnitt verschoss Houston ein Field Goal, ehe Mahomes und Hill für den Touchdown und den erneuten Führungswechsel sorgten. Ein ähnlich langer Spielzug auf der Gegenseite hätte beinahe das Duo Watson/DeAndre Hopkins jubeln lassen - Watson leistete sich jedoch eine Interception. Der bewegliche Spielmacher stach Pendant Mahomes (drei Touchdowns, eine Interception) allerdings doch noch aus und besorgte durch seinen zweiten Rushing TD (drei insgesamt) den nicht unverdienten 31:24-Endstand.

Chubbs Mühen reichen nicht aus

Schon im ersten Drive gelang Clevelands formstarkem Running Back Nick Chubb der erste Touchdown - die Antwort von Seiten der Seahawks war Quarterback Russell Wilson vorbehalten. Dem agilen Spielmacher eröffnete sich eine ziemlich große Lücke - Wilson spazierte die 16 Yards höchstpersönlich in die Endzone, bereits sein dritter Rushing TD in der laufenden Saison. Zum 6:7 - wobei es blieb, weil Kicker Jason Myers bei starkem Wind den Extra Point verpasste.

Diverse Führungswechsel in Cleveland: Zunächst glänzte Baker Mayfield, am Ende siegte Russell Wilson.

Diverse Führungswechsel in Cleveland: Zunächst glänzte Baker Mayfield, am Ende siegte Russell Wilson. Getty Images

Dass auch Baker Mayfield laufen kann, zeigte Clevelands Schlüsselspieler etwas später im ersten Viertel, als er zum 14:6 in die Endzone marschierte. Und dass die Browns - insgesamt bislang noch nicht sehr überzeugend - in Week 6 gut drauf waren, erfuhren die Seahawks hautnah: Mayfield fand Ricky Seals-Jones für 31 Yards und den nächsten Touchdown. Seattle konterte zumindest mit zwei aufeinanderfolgenden Field Goals.

Eine Mayfield-Interception stoppte derweil den Lauf der Browns. Und der Second-Year-Quarterback ließ bei einem Wurf in die Endzone eine weitere unglückliche Interception folgen. Es sollte für die stark gestarteten Hausherren sogar noch übler kommen: Wilson fand Sekunden vor dem Halbzeitpfiff Jaron Brown für den Touchdown - die Two-Point-Conversion misslang allerdings, 18:20 aus Sicht der Seahawks.

Die grundsätzliche Tendenz setzte sich nach der Pause allerdings fort. Cleveland (Mayfield auf Chubb) fumblete, Wilson fand Brown dagegen für weitere sechs Punkte (plus eins) - 25:20, Partie gedreht. Die Gäste konnten sich dabei einen eigenen Fumble leisten, weil der Browns-Offense kaum mehr etwas Handfestes gelingen wollte.

Bis der dynamische Chubb erneut auf sich aufmerksam machte - und Cleveland mit seinem zweiten starken Touchdown wieder in Führung brachte (28:25). Ein einem abwechslungsreichen Duell noch nicht der letzte Akt: Seattles Running Back Chris Carson stellte im neunten Play des Drives auf 31:28, die dritte Interception des stark gestarteten Mayfield besiegelte das Schicksal der wieder einmal unterlegenen Browns.

Miami holt auf, riskiert - und verliert

Früher des Nachmittags hatten die Carolina Panthers in London bereits die Tampa Bay Buccaneers geschlagen (37:26). Außerdem setzten sich die New Orleans Saints in einem Low-Scoring-Game dank eines Jared-Cook-Touchdowns im vierten Quarter gegen die Jacksonville Jaguars durch (13:6). Nach kassiertem Kick-off-Return-TD gewannen die Baltimore Ravens gegen die Cincinnati Bengals die souveräne Spielkontrolle - mussten in der Schlussphase aber noch einmal kurz zittern (23:17).

Das Aufeinandertreffen zweier bis dato siegloser Teams konnten die Washington Redskins gegen die Miami Dolphins am Ende etwas kurios für sich entscheiden: Im Schlussviertel machte Miami aus einem deutlichen 3:17 noch ein 16:17 - nach dem späten letzten Touchdown stellte sich die Frage, ob man via Extra Point ausgleichen oder per Two-Point-Conversion den Sieg anpeilen wolle. Die Dolphins wählten letztere Methode, die QB Ryan Fitzpatrick und RB Kenyan Drake jedoch uninspiriert und beinahe kläglich in den Sand setzten.

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