"Kann zweifellos als Provokation gedeutet werden"

UEFA prüft militärische Geste von türkischen Spielern

Türkei

Der Jubel der türkischen Spieler nach dem Sieg gegen Albanien. imago images

In einem rassigen und umkämpften Spiel dauerte es bis zur letzten Minute, doch dann verfielen die Zuschauer im Istanbuler Sükrü-Saracoglu-Stadion in Ekstase. Cenk Tosun, beim FC Everton nur Bankdrücker, hatte einen Fehler des albanischen Keepers Thomas Strakosha ausgenutzt und zum 1:0-Siegtreffer eingeköpft.

Nachdem die ersten Jubelschreie bei Spielern und Zuschauern wieder etwas verstummt waren, reihten sich die türkischen Profis in einer Linie vor der Tribüne auf und salutierten. Jetzt prüft die UEFA den Verdacht, wonach die Türken einen militärischen Gruß getätigt und dabei Bezug auf die Offensive türkischer Streitkräfte in Nordsyrien genommen haben sollen. Das bestätigte ein UEFA-Sprecher der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

"Ich habe die Geste, die zweifellos als Provokation gedeutet werden kann, nicht gesehen", erklärte der UEFA-Pressechef Philip Townsend: "Politische Äußerungen sind in den Regularien aber verboten. Deshalb werden wir dem Verdacht definitiv nachgehen."

Nach dem Sieg am Freitag postete der türkische Verband zudem ein vielsagendes Bild auf Instagram. Darauf sind die Spieler zu sehen, wie sie in der Kabine einen Militärgruß vollziehen "und den Sieg den tapferen Soldaten und Märtyrern widmen", wie unter dem Bild geschrieben steht.

kon/sid