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Nordmazedonien - neuer Name, neues Glück?

Ehemaliges Mazedonien arbeitet auf ein Novum hin

Nordmazedonien - neuer Name, neues Glück?

Aushängeschild: Eljif Elmas (li.) ist bereits mit 20 Jahren der zentrale Spieler bei Nordmazedonien. Am Sonntag geht es wieder gegen Robert Lewandowski und Polen.

Aushängeschild: Eljif Elmas (li.) ist bereits mit 20 Jahren der zentrale Spieler bei Nordmazedonien. Am Sonntag geht es wieder gegen Robert Lewandowski und Polen. imago images

Durch den 2:1-Sieg über Slowenien in der EM-Quali hat Nordmazedonien den Kontrahenten in der Tabelle überholt und steht nun auf dem dritten Platz. Bei noch drei zu spielenden Partien dürfte der Abstand auf Tabellenführer Polen mit fünf Punkten zu groß sein, doch der zweite Rang von Österreich ist mit zwei Zählern Rückstand noch in Schlagdistanz.

Streitigkeiten mit Griechenland sorgten für Namensänderung

Nachdem Mazedonien im Jahr 1991 seine Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärt hatte, trat das Land im Jahr 1994 der UEFA und der FIFA bei. Erst im Februar 2019 folgte die Namensänderung zu Nordmazedonien. Grund dafür war ein Namensstreit mit dem Nachbarstaat Griechenland, weil eine Provinz der Griechen ebenfalls den Namen Mazedonien trägt.

Nun also Nordmazedonien. Vielleicht gar kein schlechtes Omen für die Südosteuropäer, die bei zwölf Qualifikationsrunden für eine WM oder EM nie über Platz vier hinauskamen. Vielleicht reicht es nun unter neuem Namen. Zwar gingen die beiden Duelle mit den Gruppenfavoriten Polen und Österreich verloren, doch ansonsten punktete der Binnenstaat reichlich.

Elmas: Steiler Karriereweg, cool vor Oblak

Zuletzt dreifach gegen Slowenien. Spieler des Spiels? Eljif Elmas, 20 Jahre jung und schon Aushängeschild sowie Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft. Gleich dreimal bezwang er Jan Oblak, zweifelsfrei einen der besten Torhüter der Welt. Sein erster Treffer wurde wegen einer Abseitsstellung eines Mitspielers noch zurückgepfiffen, dann schloss er einen feinen Doppelpass mit Routinier Goran Pandev cool per Lupfer zur Führung ab. Kurz darauf steuerte Elmas alleine auf Oblak zu, täuschte zunächst einen Schuss an, verlud dadurch den Keeper und erhöhte auf 2:0.

Bereits mit 17 Jahren debütierte der zentrale Mittelfeldspieler für sein Heimatland in der A-Nationalmannschaft. Mit 18 war Elmas Stammspieler in der Süper Lig bei Fenerbahce Istanbul. Mit 19 Jahren wechselte er im Sommer für 16 Millionen Euro zum SSC Neapel und spielte in der Saison bereits gegen Liverpool und Juventus. Seinem Nationaltrainer Igor Angelovski fällt es schwer, das Können seines Ausnahmekickers in Worte zu fassen, wie er in der mazedonischen Zeitung "Vecer" sagte: "Elmas? Ich bin sprachlos."

Notausgang? Nations League

Der Matchwinner selbst äußerte sich kurz und knapp über soziale Netzwerke: "Stolz auf mich und mein Mazedonien!" Mehr nicht. Dafür ist noch zu wenig erreicht. Einen großen Schritt kann Nordmazedonien dafür am Sonntag (20.45 Uhr) beim Auswärtsspiel gegen Polen machen. Und selbst wenn es letztlich mit der direkten Qualifikation nichts werden sollte, haben Elmas, Pandev und Co. noch die Möglichkeit, über die Play-Offs der Nations League einen der vier darüber zu vergebenden Plätze zu ergattern. Denn: In der Gruppe 4 der Liga D wurde Nordmazedonien souverän Erster.

mxb