Kuntz fordert ein Umdenken gegen Bosnien-Herzegowina

Schlotterbeck: "Wenn man mal einen weghaut, ..."

Nico Schlotterbeck

Ausgleichstor und Zweikampfhärte: Freiburgs Nico Schlotterbeck. picture alliance

Es ging schon wieder so los: Nach zehn Minuten lag die deutsche U-21-Nationalmannschaft zurück. Manu Garcia hatte per Distanzschuss getroffen und Erinnerungen an das EM-Finale vor rund dreieinhalb Monaten geweckt. Wie damals überzeugte die Rojita mit variablem Positionsspiel und hoher Qualität im eigenen Ballbesitz und brachte die deutsche Hintermannschaft so gehörig ins Schwitzen.

Der Rückstand habe sein Team verunsichert, sagte Kuntz nach dem Duell am Mikrofon bei ProSieben Maxx. Anders als im Juni schlugen die deutschen Junioren jedoch noch vor der Pause zurück und egalisierten die Partie. Nico Schlotterbecks zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafter Treffer nach einer Ecke (32.) brachte Sicherheit ins deutsche Spiel, fortan entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell. "Wir haben uns vorher ausgerechnet, dass wir Vorteile bei Standards haben", beschrieb Kuntz die Szene, als Spaniens Adria Pedrosa den Ball mustergültig für Schlotterbeck servierte, der aus kurzer Distanz ohne Mühe einschoss.

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Wenn man mal einen weghaut, richtig in die Zweikämpfe geht, holt man sich Selbstvertrauen.

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Der Torschütze fand, "dass wir ein sehr gutes Spiel gemacht haben". Lediglich in der Anfangsphase habe man "ein bisschen zu viel Respekt vor den guten Fußballern" gehabt. "Über Zweikampfhärte" sei man dann in die Partie gekommen. "Wenn man mal einen weghaut, richtig in die Zweikämpfe geht, holt man sich Selbstvertrauen."

Insofern könnte die erste halbe Stunde durchaus ihre Lehren haben für die DFB-Elf, für die es am Dienstag (18 Uhr) in Bosnien-Herzegowina in der EM-Qualifikation ernst wird. Dort wollen die Deutschen nicht wieder holprig ins Spiel starten. "Besser ins Spiel reinkommen, gut Fußball spielen, gut die Räume anlaufen, gut in die Breite spielen - dann klappt das", ist sich Schlotterbeck sicher.

Für seinen Trainer war die Erkenntnis wichtig, "nach dem Rückstand zurückzukommen". Vor dem Ernstfall am Dienstag hofft Kuntz auf eine Rückkehr der angeschlagenen Ridle Baku und Robin Hack, gleichzeitig müsse man sich auf die veränderten Gegebenheiten einstellen: "Können wir im Kopf schnell umschalten?", sei nun die wichtigste Frage. Denn in Bosnien-Herzegowina erwartet der 56-Jährige "keine 30 Grad" - und "keinen Teppich, auf dem wir spielen".

psz