Mittelfeldspieler im Interview

Eggestein: "Das haben wir jetzt nicht in dieser Ausprägung"

Johannes Eggestein

Der Kapitän der neuen U 21: Johannes Eggestein. imago images

Nach dem altersbedingten Umbruch auf beiden Seiten sind die Karten neu gemischt. Im deutschen Team von Trainer Stefan Kuntz wird allerdings an diesem Abend kein Akteur mitwirken, der noch im Juni im verlorenen Endspiel im Einsatz war. Nur der spät eingewechselte Lukas Nmecha steht im aktuellen Kader. Der Wolfsburger stößt nach den Folgen einer leichten Gehirnerschütterung jedoch erst am Wochenende vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel am Dienstag in Bosnien-Herzegowina (18 Uhr) zum U-21-Tross.

Werden Bremens Johannes Eggestein verfolgte die Finale-Niederlage von der Ersatzbank aus. Der jüngere Bruder des damaligen Startelfspielers Maximilian Eggestein ist fürs Erste der neue Kapitän im Kuntz-Team. Die unternimmt den insgesamt sechsten Versuch einer deutschen U21, um endlich einmal auf spanischem Boden zu gewinnen. In den bisherigen fünf Partien erzielten die DFB-Junioren nur zwei mickrige Tore, auch insgesamt fällt die Bilanz gegen die Iberer negativ aus. Vier Siegen und zwei Remis stehen sieben Niederlagen gegenüber. Gegen keine andere Nation verlor Deutschlands älteste Juniorenauswahl häufiger.

Johannes Eggestein über...

...die Ziele für die Spiele gegen Spanien und Bosnien-Herzegowina:
"Natürlich soll sich durch die Spiele etwas herausbilden, auch eine Hierarchie, welche Spieler einen Tick vor anderen sind und auch ein bisschen mehr Verantwortung übernehmen. Das Freundschaftsspiel soll dazu dienen, dass wir uns als Truppe zusammenfinden, Dinge einstudieren und uns einspielen können, um für die Qualifikation gewappnet zu sein. Spanien ist ein attraktiver Gegner. Ich glaube, wir begegnen uns auf Augenhöhe. Wir werden sicher danach wissen, wo wir stehen. Deshalb muss man gegen Nationen wie Spanien, England oder Frankreich spielen."

...die neue U-21-Generation im Vergleich zur Vorgänger-Mannschaft, die Vize-Europameister wurde:
"Vor zwei Jahren war ich dabei, als die alte Generation den Zyklus begonnen hat. Da sehe ich nicht so große Unterschiede. Damals hatten wir natürlich Spieler wie Jonathan Tah, die schon viele Bundesliga-Einsätze hatten. Das haben wir jetzt nicht in dieser Ausprägung. Eine gewisse Gleichmäßigkeit im Kader kann aber auch ein Vorteil sein. Wir haben einige Jungs mit Bundesliga-Erfahrung, einige sind im Ausland oder der 2. Liga aktiv. Das ist ein guter Mix. Für mich ist es natürlich anders, weil ich jetzt zu den älteren Spielern zähle, Verantwortung übernehmen will und soll."

...die Kapitänsrolle:
"Wir haben es noch nicht final festgelegt, aber es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich Kapitän der U-21-Nationalmannschaft bin. Ich habe Lust auf die Aufgabe. Es freut mich, das Amt unterstreicht ein wenig, dass ich Verantwortung übernehmen will."

...seine Lieblingsposition:
"Ich habe in Bremen das eine oder andere Mal auf der Acht gespielt. Das kann ich spielen. Aber am wohlsten fühle ich mich in der Offensive. Früher in der Jugend war ich eher ein Zentrumsstürmer, momentan finde ich mich eher auf den Außenpositionen wieder. Ich spiele nicht als klassischer Außenstürmer, agiere eher hängend, bisschen schwimmend, mit Bezug zum Mittelfeld. Vielleicht kann man diese Position gar nicht so gar nicht so genau definieren. Da fühle ich mich aber wohl, spiele das auch in Bremen am häufigsten, soll und werde diese Rolle, glaube ich, auch hier bei der U 21 übernehmen."

Aufgezeichnet von Carsten Schröter-Lorenz