Ungarns Ex-Trainer zur Personalie Möller

Storck: "Vielleicht hat sich Andy nicht so galant ausgedrückt"

Bernd Storck und Andreas Möller

Wirkten gemeinsam in Ungarn: Bernd Storck und Andreas Möller. imago images

"Andy ist ein absoluter Fachmann. Er hat in Ungarn mitgeholfen, etwas aufzubauen", sagte Storck, derzeit ohne Klub, aber im Austausch mit potenziellen Arbeitgebern, im Gespräch mit dem kicker. Dem 56-Jährigen assistierte Möller von 2015 bis 2017 als Nationaltrainer der Magyaren. Allerdings räumt Storck auch ein, dass sich sein Kompagnon gerade in Bezug auf eine Aussage zu den Hessen, die ihn nun wieder einholt, "nicht so galant ausgedrückt" hat, wie er es beschreibt.

Herr Storck, für Außenstehende wirkte die Berufung Andy Möllers zum NLZ-Chef der Eintracht überraschend, weil er im Jugendmetier bislang nicht wirklich auftauchte. Für Sie auch?

Nein. Andy ist ein absoluter Fachmann. Er hat in Ungarn mitgeholfen, dem Jugendbereich von der U 15 bis zur U 21 eine Struktur zu geben und so etwas mitaufgebaut, hat selbst Trainingseinheiten geleitet und in der Talentsichtung gearbeitet.

Können Sie die Kritik der Fans an der Personalie nachvollziehen?

Absolut nicht. Andy ist ein feiner Mensch, der immer seinen Weg gegangen ist und als Spieler einiges erlebt hat. Das, was da abgegangen ist, hat er nicht verdient. Ich war sehr erschrocken, dass ihm Fähigkeiten und Fachkompetenz abgesprochen wurden. Denn er ist extrem wissbegierig und arbeitet innovativ, das hat er in Ungarn bewiesen.

Aber es ging dabei ja auch eher um seine Vergangenheit bei der Eintracht und eine Aussage, wonach er zu Frankfurt keinen Bezug habe...

Auch ich werde ab und an zu meinem Ex-Klub Borussia Dortmund befragt, dann sage ich auch: "Ich habe mit dem BVB nichts zu tun." Denn ich möchte mich nicht ständig dazu äußern, obwohl ich mein Herz im Endeffekt dort habe. Andy hat sich da auch meist zurückgehalten, anders als andere. Vielleicht hat er sich damals nicht so galant ausgedrückt.

Ist sein Fell so dick, dass er den Job trotz Protesten durchzieht?

Ich glaube schon, zumal sich Fredi Bobic ja klar positioniert hat und der gesamte Verein dahintersteht. Und weil er sich darauf freut. Auf Schalke hat er ganz andere Sachen hinter sich gelassen, nachdem er vom BVB dorthin wechselte.

Sie sprachen von Möller als Fachmann. Wo liegt seine Kernkompetenz für diesen Job?

In der Art der Kommunikation mit jungen Leuten und natürlich auch in seiner Vita. Er ist einer der wenigen deutschen Fußballer, die quasi alles erreicht haben, trotzdem ist er bodenständig geblieben. Er ist ein Beispiel dafür, dass man mit harter Arbeit viel bewegen kann. Als Galionsfigur kann er die Toptalente der Region zur Eintracht ziehen.

Interview: Benni Hofmann