Angreifer zog die Blicke auf sich

Zehn aus elf: Gnabrys phänomenale Quote

Stark durchgesetzt: Serge Gnabry trifft per Außenrist zum zwischenzeitlichen 1:0.

Stark durchgesetzt: Serge Gnabry trifft per Außenrist zum zwischenzeitlichen 1:0. imago images

Auch gegen Argentinien glänzte der Angreifer des FC Bayern mit Tempodribblings, Spielwitz und Präsenz. Gnabry war es auch, der das 1:0 gegen die Südamerikaner erzielte - und das auf äußerst sehenswerte Art und Weise. Er nahm eine Klostermann-Flanke derart geschickt an, dass er gleich drei Gegenspier foppte und vollstreckte anschließend auch noch technisch höchst anspruchsvoll per Außenrist - zehntes Tor im elften Spiel.

Gnabry ist jedoch nicht der erste Nationalspieler, der zehn oder mehr Tore in seinen ersten elf Länderspielen markierte - um genau zu sein rangiert er diesbezüglich nur auf Rang zwölf. Allerdings wurden die meisten dieser Bestmarken vor dem Ende des zweiten Weltkriegs aufgestellt (Gottfried Fuchs, Ernst Willimowski, Franz Binder, Josef Gauchel, Edmund Conen, Fritz Förderer, Helmut Schön, Richard Hofmann, Karl Hohmann und Fritz Walter). Nach dem Krieg glückte dieses Kunststück lediglich drei weiteren Spielern: Klaus Fischer (10 Tore in 8 Spielen), Gerd Müller (10 Tore in 10 Spielen) und Max Morlock (10 Tore in 11 Spielen) waren folglich Gnabrys Vorgänger.

Spielersteckbrief Gnabry

Gnabry Serge

Die starke Leistung Gnabrys blieb natürlich auch Bundestrainer Joachim Löw nicht verborgen, der den Offensivakteur in der 72. Minute für Suat Serdar vom Feld nahm. Er habe "nichts riskieren" wollen, meinte Löw nach der Partie bei "RTL" - und betonte zudem Gnabrys mittlerweile große Wichtigkeit für das DFB-Team: "Er kann den Ball halten, in den Raum gehen, kann selbst abschließen oder Tore vorbereiten. Er hat schon eine unglaublich große Entwicklung gemacht."

Gnabrys Schmunzeln geht viral

Der Angreifer stand in Dortmund aber nicht ausschließlich wegen seiner Fußballkunst im Rampenlicht, sondern auch wegen eines Lachens. Beim Anpfiff zog er die Blicke auf sich, weil er von der TV-Kamera erwischt wurde, wie er während der Schweigeminute für die Opfer des Anschlags von Halle an der Saale kurz lachte. Die Szene verbreitete sich rasch viral - und erregte in den sozialen Medien Aufmerksamkeit.

Warum hatte er gelacht? Ein Zuschauer hatte versucht, die Schweigeminute zu sabotieren, indem er die Nationalhymne anstimmte, woraufhin ein anderer Zuschauer diesen mit einem unhöflichen Ausdruck - gut hörbar fürs gesamte Stadion - aufforderte, dies zu unterlassen. Unmittelbar danach schmunzelte Gnabry und nickte bestätigend - allein die zeitliche Abfolge spricht dafür, dass er sich das Lachen ob der Aktion des zweiten Zuschauers offenbar nicht verkneifen konnte.

drm

Bilder zur Partie Deutschland - Argentinien