Das Talent steht für gute Nachwuchsarbeit - trotz vergleichsweise schlechter Möglichkeiten

Katterbachs Debüt als starkes Signal

Noah Katterbach 1. FC Köln Bundesliga DFB U 19

Gibt es nach dem erfolgreichen Debüt bald schon den nächsten Einsatz für Noah Katterbach? imago images

Am Mittwochmittag durfte er nur eine Halbzeit ran. 3:0 gewann die U 19 des DFB gegen Andorra, Noah Katterbach wurde zur zweiten Hälfte eingewechselt. Am vergangenen Samstag waren es 90 Minuten, die er für den 1. FC Köln auf Schalke absolvierte, es war ein guter Einstand für den talentierten Linksverteidiger, der seine Fähigkeiten in Sachen Schnelligkeit und Spielverständnis mehr als einmal andeutete und nach dieser Partie weiß, dass er am Defensivverhalten feilen muss, um eine feste Größe im Team von Achim Beierlorzer zu werden.

Dies ist er - bei aller Freude über das verheißungsvolle Debüt - nämlich noch nicht. Möglicherweise wird der Träger der "Fritz-Walter-Medaille" in Gold als bester Juniorenspieler seiner Altersklasse schon beim nächsten Spiel wieder auf der Bank sitzen. Wenn der FC am übernächsten Sonntag auf Mitaufsteiger SC Paderborn trifft, könnten gestandene Profis wie Birger Verstraete (Knie) und Jonas Hector (Muskelprobleme) wieder einsatzbereit sein. Trifft diese Konstellation ein, würde Verstraete seinen angestammten Platz im defensiven Mittelfeld neben Ellyes Skhiri einnehmen, Jonas Hector käme wieder als linker Außenverteidiger ins Team.

Spielersteckbrief Katterbach

Katterbach Noah

Noch allerdings ist dies Spekulation, da eine exakte Vorhersage in Sachen Spielfitness der beiden Routiniers nicht möglich ist. So oder so sandte Trainer Achim Beierlorzer mit der Nominierung Katterbachs ein wichtiges Signal an die Nachwuchsabteilung des Klubs, die trotz widriger Umstände und völlig veralteter Infrastruktur erneut ein Talent an die Profimannschaft heranführte und mit ihm bereits das zweite in dieser Saison nach Darko Churlinov, der am 1. Spieltag in Wolfsburg debütierte.

Wer die vergleichsweise schlechten Möglichkeiten (was Trainingsplätze und Räumlichkeiten angeht) kennt, unter denen das Kölner Nachwuchsleistungszentrum arbeiten muss, kann den Verein nur beglückwünschen. Wie lange dies allerdings noch gut geht angesichts der Steine, die dem Klub von Teilen der Politik in den Weg gerollt werden, sei dahin gestellt. Gerade in Zeiten, in denen die Nachwuchsarbeit sich auf breiter Basis neu aufstellt, sollte ein ambitionierter Bundesligist an seinem Standort die Möglichkeit bekommen, sich ökologisch verträglich zu vergrößern.

Frank Lußem

kicker.tv Hintergrund

Beierlorzer: "Der richtige Weg, um erfolgreich zu sein"

alle Videos in der Übersicht