Kantersieg: Canucks fegen Kings aus der Halle

Hart hat alles: Erster NHL-Shutout für Flyers-Goalie

Carter Hart

Parierte alle 25 Schüsse: Philadelphias Goalie Carter Hart. Getty Images

Hart hält Halls Hammer

Es war die Szene in der 38. Spielminute, die den Abend von Hart perfekt zusammenfasste: In doppelter Überzahl (Fünf-gegen-Drei) feuerte Devils-Scharfschütze Taylor Hall eine Direktabnahme vom rechten Bullykreis auf das halbleere Flyers-Tor ab. Hart aber ließ artistisch die Fanghand anfliegen und stellte den Schützen spektakulär kalt. "Ich habe gesehen, wie er auf der Seite abgezogen hat, also musste ich schnell auf die andere Seite kommen und meinen Arm ausstrecken. Zum Glück hat der Puck mich getroffen", gab sich der Torwart bescheiden. Es war einer von insgesamt 25 Saves an diesem Abend, die dem erst 21-jährigen Goalie den ersten NHL-Shutout überhaupt bescherten. "Immer, wenn du einen Meilenstein erreichst, ist es definitiv ziemlich cool", so Hart.

National Hockey League - Woche 2
New Jersey Devils - Vereinsdaten
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"Diese Szene hat den Unterschied gemacht", zeigte sich Philadelphias Stürmer Sean Couturier begeistert von der Leistung seines Schlussmanns. "Ihr habt ja gesehen, wie wir danach aus der Kabine gekommen sind." Gemeint waren die 57 Sekunden im dritten Drittel als erst Kevin Hayes (41.) und dann Couturier (41.) auf 3:0 erhöhten. Zuvor hatte Ivan Provorov die Hausherren in Führung geschossen (30.). Den Schlusspunkt setzte Travis Konecny (52.). Damit starteten die Flyers mit zwei Siegen in die neue Saison - dieses Kunststück gelang zuletzt 2011/12. New Jersey muss dagegen weiter auf den ersten Saisonsieg warten (0-2-1).

Vancouver demütigt Los Angeles

In Vancouver gab es gleich mehrere Gründe zu feiern: So wurde vor dem Spiel Bo Horvat als 14. Kapitän der Canucks-Geschichte benannt. Dann erzielte der 19-jährige Rookie Quinn Hughes sein erstes NHL-Tor (5.). Am Ende stellten die Nucks mit einem 8:2-Kantersieg den eigenen Franchise-Rekord für die meisten Tore in einem ersten Saison-Heimspiel auf (wie 1978 und 1987). Neben Hughes trafen auch Brandon Sutter (7., 57.), Elias Pettersson (23.), J.T. Miller (35.), Christopher Tanev (48.), Alexander Edler (51.) und Josh Leivo (52.) für Vancouver. L.A. kam zwischenzeitlich durch Tyler Toffoli (28.) und Sean Walker (47.) zumindest auf die Anzeigetafel - wurden aber regelrecht von den Canucks überrollt.

"Einfach nur peinlich! So eine Mannschaft sollte ein Team wie uns nicht 8:2 schlagen. Auf gar keinen Fall", war Los Angeles' Kapitän Drew Doughty regelrecht entsetzt. "Mir hat nichts von unserem Spiel gefallen. Wir müssen uns auch die individuellen Leistungen anschauen. Einige Spieler, auf die wir gezählt haben und auf die wir zählen müssen, müssen sehr viel besser spielen oder sie gehören nicht in diese Liga", polterte auch Kings-Coach Todd McLellan. Vor allem L.A.-Keeper Jonathan Quick erlebte einen gebrauchten Tag (17 Saves, 68 Prozent Fangquote). Der Jubel in Blau-Grün war dagegen groß. "Es war ein wirklich besonderer Abend. Einer, den ich niemals vergessen werde. Es war ziemlich surreal und emotional", so Horvat. "Jeder hat unglaublich gespielt - von der ersten bis zur vierten Reihe, alle waren gut."

Buffalo schlägt Montreal in der Overtime

Die dritte Partie des Abends musste in der Overtime entschieden werden. Mit einem 5:4 n.V. sicherte sich Buffalo (3-0-1) den Extra-Punkt gegen Montreal (1-0-2) - beide Teams punkteten damit in bislang jedem Spiel. In den ersten 25 Minuten dominierten die jeweiligen Special Teams: Victor Olofsson für die Sabres im Powerplay (6.), dann Doppelpacker Joel Armia erst in Unter- (15.) und dann in Überzahl (20.) für die Canadiens und schließlich auf der anderen Seite wieder Jack Eichel im Powerplay (25.) sorgten für eine wilde Anfangsphase. Noch im Mitteldrittel legte Eichel seinen zweiten Treffer nach (35.). Jeff Skinner baute die Führung gar auf 4:2 aus (41.). Doch die Habs steckten nicht auf und kamen dank Jesperi Kotkaniemi (42.) und Ben Chiarot (53.) noch einmal zurück. Den Siegtreffer erzielte schlussendlich Marcus Johannson (64.).

"Wir sind glücklich, dass wir ein Spiel gewonnen haben, in dem wir nicht die defensive Struktur gehabt haben, die wir wollten. Aber wir alle wissen, dass wir am Anfang einer harten, langen Saison sind, in der wir wachsen und lernen müssen. Wir können aus jedem Sieg lernen und nehmen ihn gerne mit", freute sich Sabres-Kapitän Eichel.

NHL-Ergebnisse vom Mittwoch, den 9. Oktober 2020:

Buffalo Sabres - Montreal Canadiens 5:4 n.V.
Philadelphia Flyers - New Jersey Devils 4:0
Vancouver Canucks - Los Angeles Kings 8:2

Christian Rupp

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