Rugby-Weltmeisterschaft 2019

Fidschi verpasst Coup gegen Wales - Frankreich-Revolte?

Fidschi vs. Wales

Freud und Leid auf einem Haufen: Während Wales den Sieg samt erfolgreicher Aufholjagd feiert, ist Fidschi enttäuscht. imago images

Der Weltranglisten-Elfte Fidschi verlor am Mittwoch sein letztes Vorrundenspiel in der Gruppe D gegen den Weltranglisten-Zweiten Wales mit 17:29 und schied aus.

Überragender Mann in Reihen der siegreichen Waliser, die einen 0:10-Rückstand wettmachten, war Josh Adams mit drei erfolgreichen Versuchen in Serie.

Während Wales dadurch in das Viertelfinale einzog und nun auf England oder Frankreich trifft, müssen die Fidschianer um Cheftrainer John McKee trotz einer guten Vorstellung zum Abschluss vorzeitig die Heimreise antreten. Nur ein erneuter Erfolg über Wales wie bei der WM 2007 hätte Fidschi noch die Chance auf das Weiterkommen erhalten.

Revolution?

In der Zwischenzeit war eine Forderung, die das französische Rugby-Nationalteam am Mittwoch aus der Heimat erreichte, absolut unmissverständlich. "Schmeißt eure Trainer raus, übernehmt selbst die Kontrolle", sagte Mourad Boudjellal, seines Zeichens Präsident beim einflussreichen Klub aus Toulon, dem viele der Nationalspieler angehören. Um die WM-Mission in Japan nicht zu gefährden, so glaubt nicht nur er, sollten "Les Bleus" ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen.

Denn beim französischen Team rumort es vor dem Gruppenfinale am Samstag (10.15 Uhr MESZ) gegen England gewaltig. Die bisherigen Auftritte waren trotz dreier Siege in drei Spielen gegen Argentinien (23:21), Tonga (23:21) und die USA (33:9) und des damit gesicherten Viertelfinal-Einzugs mehr als mäßig. Dass Trainer Jacques Brunel sich daraufhin mit Kapitän Guilhem Guirado überwarf und den 33-Jährigen absetzen will, brachte dann offenbar das Fass zum Überlaufen.

Zuletzt jedenfalls traten die Differenzen zwischen der Mannschaft und dem nach dem Turnier scheidenden Coach offen zu Tage, mehrere Spieler stellten sich öffentlich hinter ihren Teamleader. Innendreiviertel Gael Fickou beispielsweise, der feststellte: "Es gibt keine Diskussion, wer unser Kapitän ist. Guilhem Guirado ist unser Kapitän. Wir stehen alle hinter ihm." Und Star-Außen Maxime Medart betonte: "Er ist unser Anführer. Egal, ob er auf dem Feld steht oder nicht."

dpa/sid