Der Trend stimmt bei Yarmolenko, Konoplyanka und Co.

Ukraine überrascht: EM-Quali ist fast in der Tasche

Giftig: Der Ex-Schalker Yevhen Konoplyanka (li.) attackiert hier Cristiano Ronaldo. Am Ende ging das Qualispiel 0:0 aus.

Giftig: Der Ex-Schalker Yevhen Konoplyanka (li.) attackiert hier Cristiano Ronaldo. Am Ende ging das Qualispiel 0:0 aus. imago images

Eine große Vergangenheit als Fußballnation hat die Ukraine nicht. Natürlich auch bedingt dadurch, dass sie als eigene Mannschaft erst nach Zerfall der Sowjetunion 1991 an den Start ging und dabei viele gute aus der Ukraine stammende Spieler an Russland verlor. Doch mit einem Namen sind die Schowto-blakytni (Gelb-Blauen) historisch ganz eng verknüpft: Andriy Shevchenko.

Schon in der Nations League lief es

Der ehemalige Stürmer von Weltformat - für Dynamo Kiew, Milan und Chelsea auf Torejagd - prägte den ukrainischen Fußball und prägt ihn immer noch. Nachdem er 2012 seine Karriere nach 111 Spielen im Nationaldress (Rekordhalter mit 48 Toren) beendet hatte, machte er vier Jahre Pause und widmete sich in dieser Zeit der Politik. 2016 folgte schließlich die Rückkehr zur Nationalmannschaft - als Trainer.

Und da läuft es gut. Anstatt Spielernamen wie Shevchenko, Andrey Voronin oder Anatoliy Tymoshchuk zieren Oleksandr Zinchenko, Andrey Yarmolenko oder Yevhen Konoplyanka die gelb-blauen Trikots, die momentan für Erfolg stehen. Schon in der Nations League deutete sich 2018 an, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. In einer Gruppe mit der Slowakei und Tschechien belegte die Ukraine den ersten Platz und stieg in Gruppe A auf.

Defensiv ist nur Belgien so stark

Der Positivtrend hielt auch in der EM-Qualifikation an. In der Gruppe B mit Portugal, Serbien, Luxemburg und Litauen sind die Osteuropäer noch ohne Niederlage (4/1/0). Lediglich gegen Portugal spielte die Ukraine auswärts 0:0. Schon jetzt beträgt der Vorsprung auf den Drittplatzierten Serbien fünf Punkte. Ein Faktor für den Erfolg ist die stabile Defensive: Gemeinsam mit Belgien haben Keeper Andriy Pyatov und seine Vorderleute die wenigsten Gegentore aller 50 Quali-Teilnehmer bekommen - nämlich nur eines.

Steht für den ukrainischen Fußball: Trainer Andriy Shevchenko.

Steht für den ukrainischen Fußball: Trainer Andriy Shevchenko. imago images

Am Freitag (20.45 Uhr) geht es daheim gegen Litauen, das mit nur einem Punkt auf dem letzten Platz rangiert. Ob sein Team den Gegner deswegen unterschätzen würde, wurde Shevchenko von der ukrainischen Tageszeitung "Fakty" gefragt. "Auf keinen Fall", seine klare Antwort. "Das ist das wichtigste Spiel für uns. Jeder weiß, dass wir mit einem positiven Ergebnis die Chance erhöhen, die Gruppe zu überstehen." Gelänge der Sieg, würde anschließend ein Punktgewinn im nächsten Heimspiel am Montag (20.45 Uhr) gegen Portugal für die dritte EM-Qualifikation in Folge reichen.

Shevchenko: "Mit den besten Spielern konkurrieren"

Auf lange Sicht soll der ukrainische Fußball durch weitere Teilnahmen an großen Turnieren weiter an Wert gewinnen. Wie das gelingen soll? "Durch harte Arbeit und den Wunsch, mit den eigenen Fähigkeiten zu beweisen, mit den besten Spielern konkurrieren zu können", so Shevchenkos Antwort. Der bisher größte Triumph der Ukrainer datiert von der WM 2006 in Deutschland, als Shevchenko, Voronin und Co. das Viertelfinale erreichten und dort gegen den späteren Sieger Italien ausschieden. Bei der EM scheiterte die Ukraine bei beiden Teilnahmen bereits in der Vorrunde. Nun stehen sie kurz vor der dritten Teilnahme - und aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei.

mxb