"Ein Chaos, das ich so noch nie erlebt habe"

Mustafi klagt an: "Ich bin zur Zielscheibe geworden"

Shkodran Mustafi

Emotional getroffen: Shkodran Mustafi. imago images

"Ich bin zur Zielscheibe geworden. Irgendwann haben mich die Leute sogar für eine Niederlage verantwortlich gemacht, bei der ich gar nicht gespielt hatte", erklärte der Weltmeister von 2014. In den sozialen Medien ist der 27-Jährige immer wieder in den Fokus der Fans gerückt, teils wird gespottet, teils wird Mustafi auch angefeindet. Ein paar Fehler auf dem Platz hätten "ein Chaos ausgelöst, das ich so noch nie erlebt hatte", sagte er.

Mustafi, bei seinem Transfer nach London 2016 mit 40 Millionen Euro Ablöse teuerster deutscher Verteidiger, stand in dieser Saison bei keinem einzigen Ligaspiel im Kader. In Ligapokal und Europa League bestritt er alle drei Spiele über 90 Minuten, die Gunners fingen sich dabei kein einziges Gegentor. "Es gab Tage, in denen ich wirklich etwas an mir gezweifelt habe. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mental stark bin", sagte er. Vor allem seine Familie und Frau Vjosa Kaba habe ihm geholfen, dennoch ist er "offen" für einen Transfer. Diesen hatte ihm Arsenal-Trainer Unai Emery bereits vor der Saison ans Herz gelegt, nachdem die Spielzeit 2018/19 alles andere als glücklich für Mustafi verlaufen war.

Mustafis Gesamtfazit klingt ernüchternd. "Der Fußball ist unmenschlicher geworden. Dazu hat auch Social Media beigetragen, weil sich jeder äußern kann, ohne Klarnamen. Die Leute können ihren Frust direkt bei uns abladen." Er wünscht sich mehr Restriktionen: "Ich habe Bedenken, dass so etwas irgendwann auch noch meine Kinder betreffen wird."

las/sid