Offenbach: Defensivmann Marcos muss unters Messer

Kessler möchte den "Traum am Leben erhalten" - die Fans bekunden ihren Unmut

Steven Kessler

Hat den OFC zurück in die Spur gebracht: Interimscoach Steven Kessler. imago images

"Dass die Fans gepfiffen haben, mag ich nicht kommentieren", reagierte Kessler nüchtern auf die Unmutsbekundungen des eigenen Anhangs. "Ich lasse lieber die Statistik sprechen." Zwei Heimsiege in Serie, drei Spiele ohne Gegentor und der Sprung auf Platz fünf - die Bilanz der Offenbacher Kickers kann sich unter Kessler durchaus sehen lassen. Nach fünf sieglosen Spielen unter Vorgänger Daniel Steuernagel hat der 44-Jährige die Mannschaft wieder stabilisiert und in drei Partien sieben Punkte geholt.

Allerdings profitierte der gebürtige Offenbacher, der bis zur Winterpause das Doppelmandat als Trainer für die Profis und die Bundesliga-U-19 innehat, auch von einem relativ leichten Auftaktprogramm. Mit Spielen gegen die Abstiegskandidaten RW Koblenz (4:0), FSV Frankfurt (0:0) und zuletzt die TSG Balingen (3:0).

Marcos fehlt mehrere Wochen

Gerade der jüngste Sieg gegen Balingen kam nicht unbedingt überzeugend zustande. So kam die TSG in Offenbach auf ein Eckenverhältnis von 8:1. "Mit dem 1:0 und der Gelb-Roten Karte für Balingen war das Spielglück auf unserer Seite", so Kessler. Für Ruhe sorgt die positive Bilanz unter Kessler aber nicht überall. Gerade nach der torlosen ersten Halbzeit ließen die OFC-Anhänger ihrem Unmut mit kritischen Begleittönen und Pfiffen freien Lauf.

Kessler scheint das nicht groß zu beschäftigen. Vielmehr sorgte sich der Trainer um Ronny Marcos. Der Verteidiger erlitt eine Jochbogenfraktur und wurde am Dienstag operiert. Laut der Aussage des Arztes Dr. Michael Joneleit könne Marcos bei optimalen Heilungsverlauf schon in zwei oder drei Wochen wieder am Mannschaftstraining teilnehmen.

Bis zum Winter wollen wir uns in obere Gefilde bringen, die uns dann noch unseren Traum am Leben erhalten.

Steven Kessler

Bis dahin will Kessler mit dem OFC näher an die Tabellenspitze herangerückt sein. Das hält er trotz zehn Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Saarbrücken für machbar. "Die Gegner müssen ja auch erst mal konstant spielen", erklärt er. "Gerade im goldenen Oktober mit vielen Spielen. Da kann viel passieren. Bis zum Winter wollen wir uns in obere Gefilde bringen, die uns dann noch unseren Traum am Leben erhalten." Insgeheim liebäugeln sie am Bieberer Berg auch in dieser Saison wieder mit dem Aufstieg.

Wie geht es mit Kessler weiter?

Diesen möchte der Traditionsklub dann aber mit einem neuen Gesicht einfahren. Denn ab Januar 2020 soll ein neuer Cheftrainer die Geschicke bei den Kickers leiten. Möglicherweise in Doppelfunktion. Denn die Suche nach einem Nachfolger von Sead Mehic wird derzeit als nicht so wichtig betrachtet. Kessler soll sich dann wieder ganz auf den OFC-Nachwuchs konzentrieren. Mit der U 19 möchte er als Neuling die Klasse in der Junioren-Bundesliga halten.

JK/tow