Bosz zum Aranguiz-Ausfall: "Ich glaube nicht, dass es sehr lange dauert"

Sinkgravens erneuter weiter Weg zurück

Besonders bitterer Ausfall: Leverkusens Daley Sinkgraven.

Besonders bitterer Ausfall: Leverkusens Daley Sinkgraven. picture alliance

Neben zwölf Länderspielabstellungen sorgten auch die Verletzungen, die Charles Aranguiz und Daley Sinkgraven gegen Leipzig erlitten haben, für den ausgedünnten Kader. Zwei Ausfälle, die beide als äußerst bitter einzustufen sind, wie Peter Bosz nach der Einheit zugab. "Das war scheiße", stellte der 55-Jährige zum Haarriss im Mittelfußknochen des als "unersetzbar" geltenden Führungsspielers und Chefstrategen Aranguiz fest, "bis zum vergangenen Spieltag waren wir von Verletzungen verschont geblieben. Jetzt hat es auch uns getroffen. Ich glaube nicht, dass das sehr lange dauert, aber trotzdem muss man vorsichtig sein." Vier bis sechs Wochen Pause werden für den Achter veranschlagt, ein Comeback nach der Länderspielpause Mitte November erscheint für den Chilenen realistisch.

Sinkgraven bleibt das Pech treu

Noch länger dürfte der Niederländer Daley Sinkgraven fehlen, der eine Muskel-Sehnenverletzung an der Oberschenkelrückseite erlitten hat. Für den gelernten Mittelfeldspieler, der gegen Leipzig als linker Verteidiger überzeugte, ist der Ausfall besonders bitter. Zum einen, weil sich der Sommer-Einkauf gerade an die erste Elf heran- und sogar hineingekämpft hatte. Zum anderen, weil er erst aus einer langen Verletzungspause zu seiner Amsterdamer Zeit zurückgekommen war. "Er hat gut gespielt", lobte Bosz den Techniker und erklärte: "Es ist schade. Man weiß: Wenn man so lange verletzt war wie er, dann braucht es auch Zeit. Deswegen habe ich ihn am Anfang auch nicht oft spielen lassen, sondern versucht, dass er erstmal mittrainiert, sich an das Tempo gewöhnt. Da ist es schade, dass es passiert."

Bosz bewahrt sich den Humor

Sinkgraven, der wohl erst im Dezember sein Comeback feiern dürfte, steht also erneut vor einem weiten Weg zurück - und Bayer 04 vor einem personellen Engpass. Im Mittelfeld, in dem Sinkgraven beim Champions-League-Spiel in Turin (0:3) auf der Doppelsechs eingewechselt worden war, darf nach dem Ausfall von Aranguiz und Sinkgraven nicht mehr viel passieren. "Nein, das stimmt", sagt Bosz mit ernstem Blick, zeigt aber, dass er trotz der Rückschläge seinen Humor nicht verloren hat, indem er anfügt: "Wir haben trotzdem noch Möglichkeiten. Wir werden mit elf Spielern spielen in Frankfurt. Da bin ich mir sicher."

Anders als Aranguiz und Sinkgraven soll ein Trio, das am Dienstag fehlte, am Freitag nächster Woche dabei sein, wenn Bayer den 8. Spieltag mit dem Spiel bei Eintracht Frankfurt einläutet. Allerdings ließ Bosz bei Lars Bender, den in Turin und gegen Leipzig Oberschenkelprobleme lahmlegten, den Termin für dessen Rückkehr offen. Der Kapitän arbeitete mit Chef-Physio Sven Elsinger vor der Einheit individuell auf dem Platz. "Bei Lars weiß ich nicht, wann er wieder mit der Mannschaft trainiert. Das Problem ist jetzt auch, dass wir so eine kleine Gruppe haben, dass alles, was man macht, sehr intensiv ist. Da muss man vorsichtig sein. Da ist es besser, dass er sein Programm mit den Physios macht", erklärt der Werkself-Trainer.

Verschnaufpause für Sven Bender

Der andere Bender-Zwilling Sven fehlte ebenfalls. Doch Bosz gab bei diesem sofort Entwarnung: "Sven hätte heute mittrainieren können. Er hat alle Spiele gemacht. Da muss man auch ein bisschen runterfahren in dieser Woche. Die Möglichkeit haben wir."

Wieder hochfahren soll hingegen Leon Bailey nach seinem Faserriss im Oberschenkel, den der Jamaikaner gegen Lok Moskau erlitten hatte. "Er wird wahrscheinlich am Ende dieser Woche wieder mit der Gruppe trainieren", kündigt Bosz an, so dass man davon ausgehen darf, dass der Linksaußen nach der Länderspielpause bei der Partie in Frankfurt wieder eine Option darstellen kann. Ein Status, der für Aranguiz und besonders Sinkgraven nicht so schnell vergeben werden kann.

Stephan von Nocks

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