Mainz: Co-Trainer übernimmt erfolgreich

Lichte aus dem Schatten: "Hatte nicht das Gefühl, fehl am Platz zu sein"

Drei wichtige Punkte in ungewohnter Funktion: Der Mainzer Co-Trainer Jan-Moritz Lichte.

Drei wichtige Punkte in ungewohnter Funktion: Der Mainzer Co-Trainer Jan-Moritz Lichte. picture alliance

"Paderborn hätte uns auch ein Büro zur Verfügung gestellt, das zeigt, wie gut wir miteinander umgehen", verriet Lichte später: "Sandro hat aber gesagt, dass er im Bus komplett seine Ruhe haben möchte." So verfolgte der nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Wolfsburg für ein Spiel gesperrte Coach die Partie aus ungewohntem Blickwinkel - und hatte zusätzlich auch noch mit dem schlechten Handyempfang dort zu kämpfen.

Lichte: "Das ist dann schon etwas anderes für mich"

Der eingeschränkte Draht nach außen, wohlgemerkt nicht zum Trainerteam oder anderen Mainzer Verantwortlichen, war während des Spiels allerdings sekundär, zumal sein Team erfolgreich war. Schwarz hatte gemacht, was in seiner Hand stand, danach war Lichte zusammen mit den beiden anderen Co-Trainern Michael Falkenmayer und Michael Thurk verantwortlich. "Als die Jungs zum Aufwärmen raus sind, hat sich Sandro zurückgezogen. Ab da lagen die letzten Worte bei mir, das Coaching und auch die PK, obwohl die halbe Stunde da längst vorbei ist", erzählte Lichte: "Das ist dann schon etwas anderes für mich."

Etwas anderes, aber kein Neuland: "Für mich war es okay und relativ natürlich. Ich habe es jetzt lange nicht gemacht, nur ganz am Anfang meiner Trainerkarriere im Nachwuchsbereich." Vielleicht half es bei der Umstellung, dass ausgerechnet diese Anfänge in Paderborn lagen. Als Spieler der zweiten Mannschaft, als Nachwuchskoordinator und als Co-Trainer für André Schubert war Lichte von 2007 bis 2011 beim SC. Das war dann schon etwas "Besonderes", fand er: "Die Entscheider hier haben mir damals die Chance gegeben, hauptamtlich als Trainer zu arbeiten, was mit meiner Vita nicht ganz gewöhnlich ist. Meine Kinder sind hier geboren."

Am Samstag sah er entsprechend "viele nette Gesichter, die alle noch hier arbeiten. Das war schön". Und noch schöner, an so einem Tag in Verantwortung noch wichtige drei Punkte in die neue Heimat Mainz mitnehmen zu können. Lichtes Fazit: "Ich hatte nicht das Gefühl, fehl am Platz zu sein."

Patrick Kleinmann

Bilder zur Partie SC Paderborn 07 - 1. FSV Mainz 05