Noch braucht das Frankfurter Duo viele Chancen

Portugal-Knipser zwischen Paciencia und Eficiencia

Goncalo Paciencia und Andre Silva

Hatten gegen Bremen in der Schlussphase nur kurz Grund zur Freude: Goncalo Paciencia und Andre Silva. imago images

Gerade in der starken Anfangsphase verpassten die Hessen, sich in Führung zu bringen. Kamada, Paciencia, wieder Kamada, Silva - geradezu Wucher hatte die Eintracht betrieben beim 2:2. Dabei hat sie trotz des Verlusts ihrer drei Top-Angreifer Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic gar nicht mal so sehr an Torgefährlichkeit eingebüßt. Nein, Silva präsentiert sich vom ersten Tag an abschlussfreudig, Paciencia ist mit sechs Pflichtspieltreffern Toptorjäger und über die Gefährlichkeit des am Sonntag fehlenden Bas Dost muss man nun wahrlich nicht groß reden.

Es ging um Eficiencia, um Effizienz. Fünf Versuche gab Paciencia am Sonntag ab - alle glücklos. Silva staubte nach einem abgewehrten Kopfball seines Landsmannes ab, bei einem seiner vier Versuche. Wettbewerbsübergreifend braucht Paciencia 8,2 Torschüsse pro Treffer, Silva 9,7 - bei Jovic waren es vergangene Saison lediglich 5,5. Das untermauert trotz des offensiv sehr erfrischenden Auftritts der Frankfurter vor allem die Klasse des Neu-Madrilenen. Denn schlecht machen es die Nachfolger der vielzitierten Büffelherde gewiss nicht mit einmal zwei (Dost) und zweimal drei Ligatoren (Paciencia, Silva).

Sie haben uns wenig Platz gelassen im Zentrum, daher mussten wir über die Seite kommen.

Goncalo Paciencia über Bremen

Die Wege sind ob der Spielanlage nur etwas anders und damit vielleicht auch ein bisschen schwieriger, kraft- oder konzentrationsraubender. Rebic beispielsweise erarbeitete sich viele Chancen aus Pressing- und Gegenpressingaktionen, oft fehlt dann beim kalt erwischten Gegner das vielzitierte Bein, das dazwischengrätschen kann. Haller war die Konstante bei Bällen in den Strafraum, die Dost werden soll. Dass dieser am Sonntag ausfiel, ist geradezu bitter, denn, so bemerkte Paciencia: "Sie haben uns wenig Platz gelassen im Zentrum, daher mussten wir über die Seite kommen." Was viele Flanken implizierte, wofür der Niederländer mit seinen 1,96 Metern prädestiniert gewesen wäre.

Benni Hofmann

Bilder zur Partie Eintracht Frankfurt - Werder Bremen