U 21 testet vor der EM-Quali gegen Spanien - DFB-Coach schärft die Sinne für Bosnien

Kuntz: "Ich habe jeden Einzelnen angerufen"

U-21-Trainer Stefan Kuntz

Weist seinen Spielern den Weg: U-21-Trainer Stefan Kuntz. imago images

Am Donnerstag tritt die deutsche U 21 in Spanien an, um sich für das EM-Qualifikationsspiel in Bosnien-Herzegowina am kommenden Dienstag einzuspielen. Am Montagabend stand für die meisten der angereisten Akteure eine lockere öffentliche Trainingseinheit in Dreieich auf dem Programm, der Mainzer Ridle Baku und der Hoffenheimer Dennis Geiger wurden noch geschont. Härter rangenommen wurden Nico Schlotterbeck, Salih Özcan, Dzenis Burnic und Johannes Eggestein, nachdem sie am vergangenen Wochenende bei ihren Vereinen nicht zum Einsatz gekommen waren. Kuntz ließ die vier Spieler mit den drei Torhütern immer wieder Abschlüsse trainieren.

Abschlüsse sind dann nach den noch zwei angesetzten nicht-öffentlichen Einheiten am Donnerstagabend in Spanien gefragt. Da kommt es zur Finalrevanche. "Wir haben Spanien bewusst relativ früh als Gegner ausgewählt, um den Jungs zu zeigen, wie hoch die Messlatte in Europa liegt", erklärte Kuntz. "Danach wissen sie, woran es ihnen noch fehlt, oder ob sie schon auf diesem Niveau mithalten können." Nicht der einzige Grund, weshalb Kuntz sich den Europameister zum Testen auserkoren hat. "Dazu schärfen wir ihre Sinne vor dem wichtigeren Qualifikationsspiel in Bosnien, wo wir auf jeden Fall drei Punkte holen wollen", meinte der U-21-Coach.

Die Nominierungen sind Beweis dafür, dass die Jungs das Vertrauen mit guten Leistungen zurückzahlen.

Stefan Kuntz mit Blick auf die U-21-Vizeuropameister in der A-Nationalmannschaft

Die Sinne geschärft hat Kuntz mit Blick auf die U 21 auch bei den Vereinen. Denen hat er "die Auswertung der U-21-EM und die Olympiaplanungen vorgestellt", zudem erhielt er positives Feedback der Klubs auf die erste U-21-Maßnahme im September. "Die Spieler, darunter 19 Debütanten, kamen mit sehr viel Selbstvertrauen zu den Vereinen zurück."

Auf den Spuren von Waldschmidt und Co.

Apropos Debütanten: Im aktuellen A-Team sind mit Lukas Klostermann, Jonathan Tah, Nadiem Amiri, Suat Serdar, Luca Waldschmidt und Robin Koch sechs U-21-Vizeeuropameister zu finden. "Die Nominierungen sind Beweis dafür, dass die Jungs das Vertrauen mit guten Leistungen zurückzahlen", sagte Kuntz. "Ich habe jeden Einzelnen angerufen, gratuliert und gesagt, dass wir stolz auf sie sind." Der 56-Jährige sieht die Berücksichtigung bei Joachim Löw als Ansporn "für unseren neuen Jahrgang, weil sie sehen, was man hier erreichen kann. Einige Spieler, wie zum Beispiel Robin Hack oder Adrian Fein, haben bereits durch ihre ersten Spiele erlebt, dass man bei der U 21 eine hohe Aufmerksamkeit erlangt, die Leistungen dann im Verein aber auch bestätigen muss."

nik/csl