Nach Fehlstart in der zweiten Liga

Barnsley entlässt Aufstiegsheld Stendel - mit zwei Sätzen

Daniel Stendel

Seine Zeit in Barnsley ist um: Daniel Stendel. imago images

Zwei Sätze lang ist die Pressemitteilung, in der der FC Barnsley am Dienstag darüber informiert, dass Daniel Stendel nicht länger Trainer ist. Man habe sich "mit sofortiger Wirkung" vom 45-Jährigen getrennt, Interimstrainer sei Adam Murray. Das war's.

Es klingt nach einem wenig harmonischen Ende einer lange erfolgreichen Zusammenarbeit: Stendel, im März 2017 trotz Aufstiegskurs bei Zweitligist Hannover 96 entlassen, hatte im Juni 2018 in Barnsley unterschrieben und den gerade in die dritte Liga abgestiegenen Klub mit offensivem Pressingfußball direkt zurück in die Championship geführt, obwohl damals im Winter Leistungsträger verkauft worden waren.

Stendel hatte gewarnt, dass Barnsley "eine Menge Lehrgeld bezahlen" würde

Ähnliches passierte nach dem Aufstieg erst recht, Stendel hatte damit kein Problem. "Es ist die Philosophie des Vereins, immer wieder junge Spieler zu entwickeln und lukrativ zu verkaufen. Damit kann ich mich identifizieren", hatte er im Sommer im kicker-Interview gesagt, gleichzeitig aber vor zu hohen Erwartungen gewarnt: "Wir haben jetzt die mit Abstand jüngste und unerfahrenste Mannschaft der Liga." Man werde "eine Menge Lehrgeld bezahlen".

Stendel sollte Recht behalten: Barnsley trumpfte zwar am ersten Spieltag gleich mit einem 1:0-Sieg gegen Premier-League-Absteiger Fulham auf, holte in den folgenden zehn Spielen jedoch nur noch zwei Punkte. Das 1:5 bei Aufstiegsaspirant Preston North End am Samstag war sein letztes Spiel im Amt.

Sein letztes Spiel beschrieb auch Stendel als Tiefpunkt

"Die zweite Hälfte war die schlechteste, an die ich mich in Barnsley erinnern kann", sagte Stendel danach der BBC und verglich seine Elf mit einer "Schülermannschaft". "Im Moment spielen wir wie eine Mannschaft, die nicht gut genug für die 2. Liga ist." Er übergibt Barnsley als Tabellenvorletzten mit den wenigsten Treffern (8) und den meisten Gegentoren (22) der Liga.

Der Versuch, auch eine Liga höher mit einem unerfahrenen Kader am riskanten Spielstil festzuhalten, ist gescheitert. Seine im Sommer ausgedrückte Überzeugung, "dass wir uns entwickeln werden", kann Stendel nun nicht mehr beweisen. Barnsley, in der seiner 132-jährigen Historie nur für eine Spielzeit Erstligist (1997/98), nutzte die Länderspielpause zur Neuaufstellung. Laut BBC entlässt der FA-Cup-Gewinner 1912 den Trainer mit der drittbesten Siegquote seiner Klubgeschichte (66 Spiele, 31 Siege).

jpe