Washington entlässt Head Coach nach fünf Spieltagen

Auch Tränen retten Gruden nicht: Redskins greifen durch

Jay Gruden

Hat seit 2014 die Washington Redskins trainiert - und wenig erreicht: Head Coach Jay Gruden. imago images

Was sich bereits seit Tagen und besonders kurz nach der deutlichen 7:33-Heimniederlage gegen die weiterhin ungeschlagenen Patriots um Superstar Tom Brady angedeutet hatte, wurde am Montag offiziell: Die Washington Redskins setzten ihren Trainer Jay Gruden mit sofortiger Wirkung vor die Tür. Und zwar vor jene Tür, über die der 52-Jährige noch auf der Spieltagspressekonferenz angesprochen auf seine drohende Entlassung gesagt hatte: "Falls der Schlüssel am Montag passt, werde ich meine Arbeit fortsetzen." Eine vergebene letzte Hoffnung, die Gruden hier gehegt hatte.

Mit der Aufkündigung des Arbeitspapieres reagierten die zuletzt ohnehin schon chronisch erfolglosen Redskins auf den schlechtesten Saisonstart seit 18 Jahren mit fünf Niederlagen in fünf Spielen. "In den ersten fünf Spielen der Saison 2019 hat das Team die Erwartungen eindeutig nicht erfüllt - und wir alle tragen diese Verantwortung", heißt es im offiziellen Statement der Washingtoner. "In Zukunft werden wir alles tun, um unseren Redskins-Fans wieder ein Team zu präsentieren, auf das sie 2019 und darüber hinaus stolz sein können."

Schwache Statistik - und ein Tränenausbruch

Als Hauptgrund für die Entlassung Grudens gilt dem Vernehmen nach vor allem die Debatte rund um die Position des Quarterbacks. Von internen Spannungen ist seit Tagen die Rede. Ganz heiß im Gespräch dabei: Rookie-Quarterback Dwayne Haskins. Washington hatte den 22-Jährigen in der 1. Runde des diesjährigen Drafts an 15. Stelle gewählt. Angeblich war dieser Pick vom Team-Besitzer Daniel Marc Snyder angeordnet worden - während Gruden den Ohio-State-Absolventen laut Quellen von Insidern nicht wollte. Der Trainer setzte so bei Saisonbeginn erst auf Case Keenum, ehe kurz Haskins ran durfte - und nun gegen New England auf Colt McCoy vertraut wurde.

Fan der Washington Redskins

Hatten schon seit längerer Zeit genug von der Erfolglosigkeit unter Jay Gruden: die Fans der Washington Redskins. imago images

Sicher ist aber auch: Das Team vom Potomac River wartet seit 2005 auf einen Sieg in den Play-offs, hat sich zuletzt 2015 für die Endrunde und damit nur einmal überhaupt während der Amtszeit von Gruden (seit 2014 im Amt) dafür qualifiziert. Auch seine Gesamtbilanz von 35-49-1 konnte den Verantwortlichen an der Seitenlinie nicht retten - genauso wenig ein hochemotionale Reaktion seines Spielers Chris Thompson. Der 28-jährige Running Back (seit 2013 im Team) brach - angesprochen auf Grudens drohende Entlassung - in Tränen aus.

Der Clinch der Verlierer steht bevor

Als Interimstrainer ist der bisherige Assistenzcoach Bill Callahan im Gespräch. Langfristig dürfte man sich allerdings anderweitig umsehen nach einem Trainer, der das Franchise aus der US-Hauptstadt wieder auf Kurs Play-offs hieven kann. Sicher ist: Die erste Aufgabe ohne Gruden führt die Washington Redskins am kommenden Sonntag (19 Uhr MESZ) zu den ebenfalls noch sieglosen und insgesamt noch schwächeren Miami Dolphins.

mag

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