Freiburg: Nominierung trotz Bankaufenthalte

Waldschmidts Dank an Löw

Aller guten Dinge sind vier: Nach drei Fehlversuchen traf Luca Waldschmidt doch noch gegen den BVB.

Aller guten Dinge sind vier: Nach drei Fehlversuchen traf Luca Waldschmidt doch noch gegen den BVB. picture alliance

Am Samstag saß Löw mal wieder auf der Tribüne seines Heimatstadions in Freiburg, um die Partie des SC gegen den BVB zu beobachten. Vor dort sah er wie Waldschmidt, den er im September erstmals nominierte, ihn aber noch nicht einsetzte, das Schusspech gepachtet zu haben schien. Gleich dreimal ließen ihn die Dortmunder aus aussichtsreichen Positionen zum Abschluss kommen, aber obwohl die Schusstechnik mit seinem linken Fuß die große Stärke des Freiburgers ist, verfehlte der Ball jedes Mal knapp das Tor.

"Eine hundertprozentige Quote hat keiner. Es ist wichtig, dass ich drangeblieben bin, um dann die nächste Chance zu nutzen", kommentierte Waldschmidt seine drei ausgelassenen Chancen gelassen - weil er beim vierten Versuch Roman Bürki dann doch noch überwunden hatte. Erneut von außerhalb des Strafraums. Im Kalenderjahr 2019 hat Waldschmidt in der Liga wie Leipzigs Marcel Sabitzer bereits vier Weitschusstore erzielt - keiner hat mehr vorzuweisen.

"Das war ein schönes Zeichen und nicht unbedingt selbstverständlich"

Der Treffer gegen den BVB war Erlösung und Lohn für den Offensivmann, der auch läuferisch einen hohen Aufwand betrieb (12,08 Kilometer) - und auch ein Dank an den Bundestrainer für die erneute Berufung. "Das war ein schönes Zeichen und nicht unbedingt selbstverständlich, weil ich bei drei von vier Spielen seit der letzten Länderspielphase auf der Bank war. Die Nominierung freut mich natürlich und ich habe gegen Dortmund wieder probiert unter Beweis zu stellen, warum ich dabei bin", erinnerte Waldschmidt an die ungeliebte Jokerrolle, die ihm Christian Streich in Hoffenheim (3:0), gegen Augsburg (1:1) und in Düsseldorf (2:1) zugeteilt hatte.

Der Mannschaftserfolg gab dem SC-Coach jedoch recht, und Waldschmidt trug schon in Düsseldorf mit seinem sehenswerten Siegtor nach Einwechslung einen erheblichen Teil dazu bei. Über seine Trainingsleistungen erarbeitete sich die Nummer 11 dann auch die Rückkehr in die Startelf gegen den BVB - und verdrängte dabei keinen Geringeren als Freiburgs Identifikationsfigur Nils Petersen. Der hat sich über die Jahre beim Sport-Club unter Streich vom Edeljoker zum - bis auf wenige Ausnahmen - unverzichtbaren Startelfspieler entwickelt, der inzwischen nicht nur knipsen, sondern auch in der Lauf- und Defensivarbeit den Ton angeben kann.

Waldschmidt übt sich in Bescheidenheit

Der Lohn für den 30-Jährigen: Die mehrmalige Nominierung für die Nationalelf. Auch wenn es eine kurze Episode war, die nach dem Umbruch im Löw-Team wohl ohne Fortsetzung bleiben wird - seine beiden A-Länderspieleinsätze hat Petersen Waldschmidt noch voraus. Seinen Vereins- und Sturmkollegen in dieser Kategorie bald einzuholen, dürfte nun ein Ziel des Torschützenkönigs der jüngsten U-21-EM sein. Ob es schon gegen Argentinien oder in Estland soweit ist? Waldschmidt übt sich in Bescheidenheit: "Wir haben wieder zwei schöne Spiele, es ist immer etwas Besonderes, bei der Nationalmannschaft dabei zu sein. Wenn ich einen Einsatz bekommen würde, wäre es schön für mich." Dann sollte er aber besser keine drei Großchancen auslassen, bevor der Ball im Netz zappelt.

Carsten Schröter-Lorenz

Bilder zur Partie SC Freiburg - Borussia Dortmund