Hertha-Boss reagiert auf die Kritik an Zusammenarbeit mit "Tennor"

Gegenbauer verteidigt Finanzdeal: "Ich sehe überhaupt kein Risiko"

Hertha-Boss Werner Gegenbauer

Blickt positiv in die Zukunft: Hertha-Boss Werner Gegenbauer. imago images

Ende Juni hat Hertha BSC für 125 Millionen Euro 37,5 Prozent der Anteile an der Hertha BSC Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) an Lars Windhorsts Beteiligungsgesellschaft "Tennor" veräußert. In vier bis sechs Wochen soll der Bundesligist weitere 100 Millionen Euro erhalten, Tennor würde dann 49,9 Prozent halten. "Ich kenne keinen anderen Verein, der in dieser Größenordnung Eigenkapital generiert hat", antwortet Gegenbauer im "Tagesspiegel"-Interview (Sonntag) den Kritikern des Finanzdeals.

Man dürfe "nicht den Fehler machen, die Gremien von Hertha für doof zu halten, die dem Einstieg von 'Tennor' alle einstimmig zugestimmt haben. Uns nach den letzten 15 Jahren zu unterstellen, wir seien in Finanzangelegenheiten nicht topfit, ist ein Witz", meinte der 69-Jährige und unterstrich, dass Hertha "ganz neue Möglichkeiten eröffnet" werden. "Ich sehe jedenfalls überhaupt kein Risiko, was es gerechtfertigt hätte, die Beteiligung von 'Tennor' nicht einzugehen."

Gegenbauer verteidigt nicht nur die Zusammenarbeit mit 'Tennor', sondern auch Windhorst, der einst als Wunderkind und in den 1990er Jahren als Vorzeige-Jungunternehmer der deutschen Wirtschaft gefeiert wurde, in der Vergangenheit aber auch zwei Insolvenzen hingelegt hatte. "Ich sehe ihn deutlich positiver, als er in der Öffentlichkeit dargestellt wird", meinte der Hertha-Boss: "Er ist bisher ein ausgesprochen kundiger und verlässlicher Partner, der alle Absprachen mit Hertha eingehalten hat. Und das ist nunmal das, worauf es im Geschäftsleben ankommt."

So wie im sportlichen Bereich. Da zählen die Punkte. Und davon hat Hertha zuletzt reichlich eingefahren. "Wir wollen uns Schritt für Schritt weiterentwickeln, uns in der erweiterten Bundesligaspitze etablieren und dann auch die internationalen Ränge im Blick haben", sagte Gegenbauer. "Wir haben immer gesagt und dabei bleibt es auch: Wir werden den Mitgliedern und Fans nichts versprechen, was wir nicht halten können, und wir werden uns daran messen lassen, ob es eintrifft."

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nik/dpa