Hertha: Der Rekord-Einkauf sticht als Joker

Funkel schwärmt von Lukebakio: "Er hat alles"

Dodi Lukebakio

Bereitete gegen seinen Ex-Klub den Treffer zum 3:1-Endstand vor: Herthas Dodi Lukebakio (M.). imago images

Seine erste Aktion auf dem Platz war ein erfolgreich geführter Defensiv-Zweikampf an der linken Seitenlinie mit Bernard Tekpetey, seine zweite Aktion war spektakulär: Erst gewann Lukebakio tief in der eigenen Hälfte ein Kopfballduell, dann nahm er kurz hinter der Mittellinie das Zuspiel von Vedad Ibisevic auf und legte den Turbo ein. Kaan Ayhans Grätsche ging ins Leere, auch Kasim Adams und Niko Gießelmann konnten Lukebakio nicht stoppen. Der Belgier passte in die Gasse auf Vladimir Darida, der zum 3:1 einschob - ein Konter wie aus dem Lehrbuch.

Ich werde noch härter arbeiten, damit es noch besser wird.

Dodi Lukebakio

Auch wegen Szenen wie solcher ist Friedhelm Funkel "fest davon überzeugt, dass Dodi in den nächsten Jahren auch international spielen wird - das kann mit Hertha sein oder mit einem anderen Verein, der mehr als 20 Millionen für ihn hinblättert". In den Katakomben des Berliner Olympiastadions hatte Funkel, unter dem Lukebakio in der Vorsaison als Leihgabe des FC Watford einen großen Schritt in seiner Entwicklung geschafft und zehn Tore geschossen hatte, innig in den Arm genommen: "Ich habe ihm alles Gute gewünscht. Ich bin felsenfest von Dodi überzeugt - und davon, dass er ein Top-Spieler wird, weil er alles hat, alles."

Zurück in die Startelf? Lukebakio: "Der Trainer ist der Boss"

Am Freitagabend war Herthas Rekordeinkauf nach 60 Minuten für Javairo Dilrosun eingewechselt worden und stach prompt erneut als Joker. Bereits am vergangenen Wochenende in Köln (4:0) hatte Lukebakio nach seiner Einwechslung einen Assist verbucht, indem er per Eckball Dedryck Boyata das vierte Tor auflegte. Natürlich will Lukebakio zurück in die Startelf. Aber er sagt: "Der Trainer ist der Boss. Er entscheidet, wer spielt. Ante Covic hilft mir, mich Schritt für Schritt zu verbessern. Ich werde noch härter arbeiten, damit es noch besser wird." Beim Auftakt in München (2:2) war der schnelle Angreifer, der wegen der U-21-EM-Teilnahme mit Belgien und des Transfer-Pokers zwischen dem FC Watford und Hertha verspätet beim neuen Klub eingestiegen war, mit einem Ausrufezeichen gestartet: einem Tor.

Die Kurve zeigt nach oben

Danach folgten schwache Leistungen - wie beim ganzen Team. Jetzt zeigt die Kurve klar nach oben. "Ich kam erst gegen Ende der Vorbereitung", sagt Lukebakio. "Für mich war der Beginn hier nicht ganz einfach. Aber ich spüre, dass es immer besser wird." Und die Gegner, die am Freitag die früheren Kollegen waren, spüren es auch.

Steffen Rohr