Nürnberg empfängt den FC St. Pauli

"Werden vorbereitet sein": Canadis Wahl ohne Qual

Damir Canadi

Fährt er den zweiten Sieg in Folge ein? FCN-Coach Damir Canadi. imago images

"Es wird schon aufgrund des Gegners ein ganz anderes Spiel werden als am Montag. Wir haben St. Pauli analysiert, wissen genau, was auf uns zukommt und werden entsprechend vorbereitet sein", sagt Canadi. Dies wiederum schließt nicht aus, dass er eine andere Anfangsformation wählen wird, oder dass er in einem anderen System agieren lassen wird, hinten zum Beispiel statt einer Vierer- eine Dreierkette verteidigen wird.

Kontinuität statt Wechselspielchen

Wahrscheinlich ist vor allem Letzteres aber ganz und gar nicht. Das beginnt damit, dass sich am Montag die zuvor häufig gescholtene Abwehr Bestnoten verdiente. Zudem macht Canadi die zuvor aufgetretenen Wackelphasen in der Defensive auch daran fest, dass Verletzungen dort immer wieder Umstellungen erforderten. Nun, da sich dieses Problem momentan nicht mehr stellt, wird er gerade in der Defensive auf Kontinuität setzen. Dass der gebürtige Wiener generell der Frage, ob Dreier- oder Viererkette, keine allzu große Bedeutung beimisst, steht auf einem anderen Blatt. "So entscheidend ist das nicht, denn die Spielidee ändert sich dadurch ja nicht", so der Club-Trainer.

Apropos Spielidee. Gemäß der von ihm ausgegebenen hatte seine Elf beim Mitabsteiger eigentlich zu wenig Ballbesitz, was angesichts des klaren Sieges ein wenig nach dem verzweifelten Suchen eines Haares in der Suppe klingt. Zumal seine Elf, weniger Ballbesitz hin oder her, dennoch jederzeit dominant war. Andererseits sieht der Club-Trainer selbst dieses Haar. "Wir müssen weiter an unserer Balance arbeiten. Wenn wir es wie am Montag hinten gut hinbekommen, hapert es im Spiel nach vorne und umgekehrt. In Hannover war in unserem Spiel nach vorne auf jeden Fall noch Luft nach oben - vor allem, weil wir ja das Potenzial dazu haben", führt er aus.

Nach über 17 Monaten: FCN will zweiten Sieg in Serie

Also, in der Defensivarbeit eine Blaupause von Montag, im Spiel nach vorne ein paar Prozentpunkte draufpacken, und fertig ist der zweite Sieg in Folge!? Womit sich damit auch das leidige Thema erledigt hätte, wann dem Club dieser eigentlich im Fußball nicht selten vorkommende Umstand gelungen ist. Dass dies rund 17 Monate zurückliegt - in der Aufstiegssaison ließen die Franken Ende April 2018 dem 3:1 in Kiel ein 2:0 zuhause über Braunschweig folgen - zeigt wiederum, welch harte Zeiten hinter dem Club und seinem Anhang liegen.

Was sich indes im Vorfeld der Sonntagspartie im Vergleich zu den Vorwochen schon mal geändert hat: Der Spieltagkader stellt sich nicht mehr von selbst auf, die Verletztenliste lichtet sich, und der Trainerstab hat sie wieder, die Wahl, die er nicht als Qual empfindet. Rechtsverteidiger Enrico Valentini meldet sich nach seinem Muskelfaserriss wieder voll einsatzbereit zurück, er wird zwar nicht in der Anfangself stehen, aber im Kader.

Was passiert mit Hack?

Leichte Sorgen bereitet nur der zuletzt so auffällige Robin Hack. Der 21-Jährige bekam vor Wochen einen Schlag, machte ungerührt weiter und klagt nun aufgrund einer unbewusst eingenommenen Schonhaltung über muskuläre Probleme. Sollte die medizinische Abteilung sie nicht in den Griff bekommen, würde dies Canadi auch keine schlaflosen Nächte bereiten. Mit Iuri Medeiros und Felix Lohkemper scharren zwei Offensivkräfte schon mit den Hufen. Denkbar ist auch die Variante, den zuletzt häufig spielenden Hack nicht von Beginn an zu bringen, denn sollte die Belastung zu hoch werden, steigt für den frisch gebackenen U-21-Nationalspieler automatisch das Verletzungsrisiko. Und mit Blick auf die nächsten Wochen soll es ja auch beim 21-Jährigen Weiter-so heißen.

Christian Biechele