Werders Verantwortliche reagieren auf Frankfurter Kommentare

Kohfeldt und Baumann: Befremden über Bobic und Hütter

Florian Kohfeldt und Frank Baumann (r.)

Mussten sich am Freitag mit Kommentaren aus Frankfurt auseinandersetzen: Florian Kohfeldt und Frank Baumann (r.). imago images

Auf "ein stimmungsvolles Spiel" freut sich Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Sonntagabend (18 Uhr, LIVE! bei kicker.de) in Frankfurt. "Der Grundgedanke ist bei beiden offensiv. Ich denke, dass beide mit voller Offensivpower spielen werden." Fast schon eine leise Reizstimmung, zumindest aber ein offenkundiges Befremden, war bei den Bremer Verantwortlichen unterdessen bereits am Freitag auszumachen. Anlass: Die öffentlichen Äußerungen von Eintracht-Trainer Adi Hütter und Klubchef Fredi Bobic.

Hütter hatte kürzlich in der Sky-Sendung "Wontorra on tour" bestätigt, dass Werder ihn vor rund zwei Jahren als Nachfolger von Alexander Nouri auf dem Zettel hatte. Damit "verriet" der Österreicher freilich nur ein längst offenes Geheimnis. "Ich hatte ein tolles Gespräch mit Frank Baumann, aber es war einfach nicht der richtige Zeitpunkt, weil ich die Arbeit in Bern fertigmachen wollte."

"Was man nach außen gibt, muss jeder für sich bewerten"

Am Ende führte das für alle Seiten zu guten Entscheidungen: Hütter wurde mit Young Boys Schweizer Meister, anschließend Trainer in Frankfurt - und Florian Kohfeldt Coach beim SV Werder. Nach Hütters jüngsten Einlassungen vor laufender Kamera befragt, reagierte Werder-Manager Baumann auf der Spieltagspressekonferenz am Freitag indes eher schmallippig: "Es ist richtig, dass wir damals ein unverbindliches, vertrauliches Gespräch geführt haben. Danach hat sich herausgestellt, dass Adi Hütter nicht auf dem Markt war. Insofern war das Thema erledigt, mehr gibt's von meiner Seite nicht zu sagen."

Auf die naheliegende Nachfrage, ob ihn Hütters Offenheit ärgere, entgegnete Baumann: "Was man nach außen gibt, muss jeder für sich bewerten - das betrifft auch Ratschläge an Trainer von anderen Klubs." Womit neben Hütter auch Fredi Bobic ins Spiel kam. Der Eintracht-Boss hatte sich am Donnerstag in einem Interview mit dem "Weserkurier" auf entsprechende Nachfrage grundsätzlich sehr positiv über Kohfeldt geäußert, dann aber auch gemahnt: Das emotionale Coaching des Bremer Fußballlehrers an der Seitenlinie komme "beim äußeren Betrachter ein bisschen negativ rüber". Und: "Wenn er den Job 20, 30 Jahre machen möchte, muss er aufpassen, dass er mit der Art nicht nach fünf Jahren fertig ist. Körperlich fertig, für das Herz ist das nicht gut."

"... deshalb muss ich meine Sporteinheit eben an den Spielfeldrand legen"

Dass er diesen Hinweis nicht besonders passend fand, war Kohfeldt am Freitag anzumerken. Kommentar des 36-Jährigen: "Der Bundesliga-Trainerjob ist echt zeitintensiv. Deshalb muss ich meine Sporteinheit eben an den Spielfeldrand legen. Ich bin aber auch in sehr guten medizinischen Händen, die bestätigen mir regelmäßig, dass alles in Ordnung ist." Zurücknehmen, nur um einen guten Eindruck auf Bobic zu machen, wird sich Kohfeldt also auch am Sonntagabend in Frankfurt ganz gewiss nicht.

Thiemo Müller

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