Stuttgart: Comeback des Argentiniers nach interner Sperre

Walter: "Manchmal gehen Ascacibar halt die Gäule durch"

Santiago Ascacibar

Spielt beim VfB Stuttgart wieder eine Rolle: Santiago Ascacibar. imago images

Dreimal hatte Walter aus disziplinarischen Gründen auf den 22-Jährigen verzichtet, nachdem dieser einen dauerhaften Platz als Sechser gefordert hatte. Gegen Bochum, Regensburg und Fürth zählte Ascacibar nicht zum Kader, zudem musste er Einzeltraining absolvieren und eine Geldstrafe bezahlen.

In Bielefeld kehrte Ascacibar dann von der Tribüne in der Startelf zurück, als einer von drei defensiven Mittelfeldspielern war er gewohnt lauf- und zweikampfstark, hatte sogar eine gute Kopfballchance. Trotz einiger Ballverluste und Ungenauigkeiten war es ein insgesamt ordentliches Comeback in einer umkämpften und intensiven Partie. "In so einem Spiel kannst du seine Qualitäten gut gebrauchen", befand Sportdirektor Sven Mislintat.

Walter war ebenfalls zufrieden: "Ich weiß genau, was ich an ihm habe und schätze das auch sehr." Im Hinblick auf die zurückliegenden Querelen meinte der Trainer: "Santi kann vom Potenzial immer spielen, aber ich habe noch andere. Wenn er mal nicht zum Einsatz kommt, heißt das nicht, dass er außen vor ist. Das muss er lernen. Er ist ein sehr aufbrausender Junge, aber charakterlich top. Manchmal gehen halt die Gäule mit ihm durch." Den letzten Satz sagte Walter mit einem Schmunzeln, er meinte ihn milde und verständnisvoll. Der Disput zwischen Trainer und Spieler ist also offenbar ausgeräumt.

Ob Walter auch im Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden am Freitag auf Ascacibar setzt, bleibt allerdings offen. Es könnte auch davon abhängen, welche Alternativen dem VfB-Coach zur Verfügung stehen. Mit Gonzalo Castro und Philipp Klement (beide Sprunggelenkprobleme) trainierten zwei zuletzt fehlende Mittelfeldspieler am Dienstag wieder mit.

Auch die Offensivkräfte Silas Wamangituka (muskuläre Probleme) und Tanguy Coulibaly (Oberschenkelblessur) bestritten zumindest wieder Teile des Mannschaftstrainings. Nicolas Gonzales (Prellung) und Daniel Didavi (Belastungssteuerung) absolvierten am Vormittag genau wie Hamadi Al Ghaddioui ein individuelles Programm. Der Siegtorschütze von Bielefeld war am Montag im Training umgeknickt, zog sich dabei aber keine strukturelle Verletzung zu. Ein Einsatz am Freitag liegt bei ihm und den anderen angeschlagenen durchaus im Bereich des Möglichen.

David Bernreuther