Welche Fußballsimulation hat die Nase vorne?

PES 2020 vs. FIFA 20: Fünf Punkte im Vergleich

FIFA 20 vs. eFootball PES 2020: Die wichtigsten Kategorien im direkten Vergleich kompakt zusammengefasst

FIFA 20 vs. eFootball PES 2020: Die wichtigsten Kategorien im direkten Vergleich kompakt zusammengefasst. kicker eSport

eFootball PES 2020 und FIFA 20 sind beides Fußballsimulationen und eigentlich sind sie sich inhaltlich relativ gleich - zumindest auf den ersten Blick. Wir wollen Euch aber die aus unserer Sicht wichtigsten Punkte im Vergleich vorstellen und vergeben danach Punkte. So läuft der Vergleich ab:

Die Kategorien: Insgesamt stellen wir fünf Kategorien vor, die wir miteinander vergleichen: Grafik, Gameplay, Ultimate Team/myClub, Karrieremodus, Lizenzumfang

Die Bewertung: Die Wertung der einzelnen Kategorien fällt nach einem einfachen Punktesystem aus. Wenn ein Titel eine Kategorie für entscheidet, gibt es einen Punkt. Sind beide ähnlich, heißt es 0:0 - also Unentschieden. Zu jedem Punkt gibt es eine kompakte Beschreibung und Einschätzung.

Die Grafik

PES 2020: PES-Entwickler Konami hat seit einigen Jahren die Nase vorne, was die grafische Darstellung der Spieler betrifft. Mit jedem Teil hat man mehr an den virtuellen Kickern gearbeitet. Auch die Präsentation in den Stadien kann sich sehen lassen. Steife Kamerafahrten gibt es nicht mehr, mittlerweile kommt echtes TV-Feeling auf, doch die wahre Stärke zeigt Konami bei den Spielern. Die Animationen auf dem Rasen und die Bewegungsabläufe sind in PES 2020 eine Klasse für sich. Auch die Spielergesichter sind überaus gut gelungen. Nur die Mimik bekommt man noch nicht so ganz hin, hier wirkt es oftmals noch etwas maskenartig.

FIFA 20: Über die Jahre hat sich FIFA-Entwickler EA grafisch kaum weiterentwickelt. Zwar schafft man immer noch eine solide Präsentation, die sich vor allem in den Stadien und dank der offiziellen Ligen-Pakete zeigt, aber die Darstellung der Spieler steht in keinem Vergleich zu PES 2020. Weder die Animationen noch die Gesichter können da mithalten. Auch ohne direkt eingescannte Spieler lassen die EA-Kicker oftmals Details und Leben auf dem Platz vermissen, unabhängig von der Mimik. Hier hat FIFA 20 klar das Nachsehen.

Grafik-Wertung: 1:0 für PES 2020

Das Gameplay

PES 2020: PES zeichnete sich schon immer durch eine deutlich taktischere und kompliziertere Spielart aus. Die Taktikvielfalt lässt kaum Wünsche offen, steht aber oft auch einem einfachen Einstieg im Wege. Wer es richtig spielen will, vor allem auf Profi-Niveau, der muss sich erstmal einarbeiten. PES 2020 ist langsamer, dafür direkter, erfordert mehr Geduld und zeigt sich nicht ganz so dynamisch, was die Bewegungsabläufe angeht. Auch die Tricks sind deutlich umfangreicher und schwerer in den Spielablauf einzubauen. Einsteiger haben es hier schwerer.

FIFA 20: FIFA 20 lebt von seiner Einfachheit, die dennoch nicht anspruchslos ist. Taktische Tiefe ist vorhanden, wenn auch nicht in dem Umfang wie bei der Konkurrenz. Als Spieler findet man einfacher Zugang zu Taktiken und Spielzügen. Selbst mit einfachen Tricks kommt man schon weit. Auf Wettbewerbs-Niveau braucht man aber auch in FIFA 20 mehr Übung und ein stärkeres Spielverständnis. Das Spieltempo an sich erlaubt ein dynamischeres Aufbauspiel, welches sowohl langsam als auch schnell sein kann.

Gameplay-Wertung: Kein klarer Gewinner hier entscheidet der Geschmack 0:0 - Unentschieden.

Ultimate Team und myClub im Vergleich

PES 2020: Der myClub-Modus in PES hatte keinen einfachen Start. Anfangs als simple FUT-Kopie verschrien, macht der Modus bei genauer Betrachtung eine Menge her. Die grafische Darstellung mag vielleicht etwas altbacken wirken, inhaltlich bietet myClub aber gute Ideen, die zudem umfangreicher angelegt sind. Auch in myClub kann man echtes Geld investieren, um so schneller an Inhalte zu kommen. So stellt man Manager oder Scouts ein, um Spieler zu kaufen, je nach Qualität der Mitarbeiter beschaffen sie einem bessere oder schlechtere Spieler. Des Weiteren muss die Trainerphilosophie mit den Spielern zusammenpassen, damit der Teamgeist stimmt. Hinzu liefert der myClub-Modus ebenfalls echte Legenden wie Oliver Kahn, der in FIFA komplett fehlt. myClub bietet auf jeden Fall einige gute eigene Ideen, die den Modus spannend machen. Zudem lässt das Spiel sehr viele Möglichkeiten ohne Einsatz von Geld an gute Spieler zu kommen.

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FIFA 20: Wer in FIFA 20 Ultimate Team weit kommen will, muss entweder viel Glück, Zeit oder Geld haben, denn sonst ist es schwierig, ein tolles Team zu erschaffen. In der Präsentation kann FUT schon etwas mehr vorweisen, sieht frischer aus und wirkt dementsprechend auch etwas "cooler". Zugleich hat EA den FUT-Modus auch für den eSport entdeckt, weshalb der Geldaspekt noch stärker als in PES ist. Wer kompetitiv mithalten will, hat schon mehr Druck, weshalb die Verlockung in Spielerpacks zu investieren, vielleicht größer sein mag. Hinzu ist der FUT-Modus seit FIFA 19 immer wieder mit Fehlern behaftet gewesen. Wer vom kompetitiven Gedanken jedoch nichts wissen will, bekommt mit FUT einen unterhaltsamen Modus, der seine Spieler lange zu beschäftigen weiß, auch ohne Geld.

Wertung: FUT hat aufgrund der frischeren Aufmachung und den abwechslungsreichen Inhalten die Nase vorne. Bei myClub ist es angenehm, auch ohne Geld an gute Spieler zu kommen. Dennoch 1:0 für FUT.

Die Karriere

PES 2020: Konami weiß mit einer starken Präsentation zu überzeugen. Egal ob Spielervorstellung oder der Gewinn einer Meisterschaft die Aufmachung ist sehr liebevoll gestaltet. Bei PES 2020 achtet man auch auf kleine Details. Der Umfang ist genau richtig und lässt wenig vermissen. Allerdings gibt es auch Pannen. So stellte uns der Scout beispielsweise den 35-jährigen Thiago Silva als interessantes "Talent" für unseren Verein vor. Auch die neuen Trainer-Modelle wirken eher lieblos. So ist es zwar toll, in der Haut von Diego Maradona ein Team zu leiten, bis auf das Aussehen hat man da aber relativ wenig von. In PES 2020 ist man nur ein neuer Trainer, da hätte es schönere Lösungen gegeben.

FIFA 20: EA muss sich den Vorwurf gefallen lassen, für die Karriere wenig in den vergangenen Jahren getan zu haben. Jetzt hat man einiges eingebaut, aber das mit Fehlern behaftet. EA will diese zwar fixen, muss sich nun aber der Kritik stellen. Daher sagen wir auch erstmal #FixCarrerMode.

Karriere-Wertung: 1:0 für PES 2020

Der Lizenzumfang

PES 2020: Konami konnte in diesem Jahr EA in die Suppe spucken, indem man sich erst die Exklusivrechte von Juventus Turin gesichert hat und dann auch noch eine Partnerschaft mit dem FC Bayern München vermelden konnte. Im ewigen Lizenzpoker zieht PES 2020 aber dennoch den Kürzeren. Weder die englische Premier League, noch die spanische La Liga oder die Bundesliga hat PES 2020 im vollen Umfang. Zwar kann man mit der Allianz-Arena oder dem Juventus Stadium zwei exklusive Spielstätten vorweisen, aber der Rest ist wenig konkurrenzfähig. Immerhin: Die EURO 2020 hat Konami exklusiv für PES 2020 gesichert und wird die einzige Fußballsimulation mit der offiziellen Lizenz sein.

FIFA 20: EA hat mit den Lizenzen immer noch einen großen Pluspunkt. Die Premier League und Bundesliga sind Partner, weshalb man auch das offizielle TV-Design, mit allem was dazugehört, benutzen kann. Hinzu kann FIFA 20 alle weiteren wichtigen europäischen Ligen vorweisen und hat mit den UEFA-Wettbewerben ebenfalls die Exklusivlizenzen im Spiel. Klarer Punktsieg also.

Lizenz-Wertung: 1:0 für FIFA 20

Die beiden Spiele trennen sich also im direkten Vergleich mit 2:2.

Abseits der von uns vorgestellten Kategorien gibt es aber noch weitere Inhalte, die entscheiden können, welches Spiel für Euch am besten passt. So zum Beispiel der VOLTA-Modus in FIFA 20 oder der Match Day in PES 2020, die aber nicht direkt verglichen werden können. Jetzt müsst Ihr entscheiden, was Euch besser liegt und welche Schwerpunkte am wichtigsten sind.

Nicole Lange

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