Sicker für ein Spiel gesperrt

Stoppelkamp: "Am Ende war es ein Sieg des Willens"

Vincent Vermeij, Moritz Stoppelkamp

Duisburger Torschützen in Jena: Vincent Vermeij (li.) und Moritz Stoppelkamp. imago images

Vier Minuten waren an den Jenaer Kernbergen gespielt, als der MSV den ersten Rückschlag erleiden musste: Arne Sicker flog nach einer vermeintlichen Notbremse an Maximilian Rohr vom Platz, der Revierklub musste beim Tabellenschlusslicht also mehr als 85 Minuten in Unterzahl spielen. Als Dominik Bock den FCC nach knapp einer Stunde auch noch in Führung brachte, war Duisburgs dritte Saisonniederlage greifbar - doch der Zweitliga-Absteiger schlug in der Schlussviertelstunde zurück. Moritz Stoppelkamp und Vincent Vermeij drehten das Spiel in ein 2:1. "Am Ende war es ein Sieg des Willens und der tut auch mal gut", sagte Stoppelkamp auf der Klubwebsite.

Was mich ärgert ist der Rückstand.

Ivo Grlic

"Mit zehn Mann das zu überstehen und zu gewinnen, ist schon gut", betonte Sportdirektor Ivo Grlic, der aber trotzdem Redebedarf sah: "Was mich ärgert ist der Rückstand." Denn nach Sickers hartem Platzverweis - die TV-Bilder zeigten, dass Rohr sich vielmehr selbst in die Beine getreten hatte und dadurch zu Fall gekommen war - "haben wir eigentlich nicht viel zugelassen", so Grlic. Bis auf den Konter zum zwischenzeitlichen 1:0 für die Hausherren.

Der sorgte auch bei den Spielern trotz des glücklichen Spielausgangs für Gesprächsstoff, war der MSV doch wie schon gegen 1860 München (Endstand 2:1) in Rückstand geraten. Immerhin: Der MSV holte schon neun Punkte nach gegnerischer Führung - gemeinsam mit Braunschweig so viele wie kein anderes Team. "Wir wollen jetzt zwar nicht jedes Spiel erst in Rückstand geraten, aber dass wir diese Rückstände immer wieder drehen können, ist auch ein Grund, warum wir im Moment so gut dastehen", sagte Siegtorschütze Vermeij. Trainer Torsten Lieberknecht ergänzte: "Natürlich freuen wir uns über die drei Punkte. Mit der Leistung sind wir nicht zufrieden, aber mit der Mentalität."

Sicker für ein Spiel gesperrt

Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt dem MSV nicht. Schon am Mittwoch steht das Nachholspiel gegen den SV Meppen an, das wegen Sturmschäden am Stadiondach verlegt werden musste. Mit einem Sieg könnte das Lieberknecht-Team die Tabellenführung erobern. Nicht zur Verfügung steht dann der Rot-gesperrte Sicker, den der DFB allerdings nur mit einer Ein-Spiele-Sperre belegte. Schon am kommenden Sonntag (14 Uhr) ist der Ex-Kieler für das Auswärtsspiel in Chemnitz wieder eine Option.

pau