Höchstes Lob von den Konkurrenten

Was René Rast so überlegen macht

Zum zweiten Mal DTM-Champion: Audi-Pilot René Rast.

Zum zweiten Mal DTM-Champion: Audi-Pilot René Rast. picture alliance

"René hat einen sehr, sehr guten Job gemacht, erst im zweiten Halbjahr 2018 (mit sechs Siegen in Folge, die Red.) und in diesem Jahr vom ersten Wochenende an", sagt Jamie Green auf eine entsprechende Frage des kicker. Der Engländer ist beim Team Rosberg Stallkollege von Rast, kennt also alle Daten des nach 2017 zum zweiten Mal Meister gewordenen René Rast.

Allein auf weiter Flur ist Rast im Qualifying, das in der DTM die schnellsten drei Fahrer mit Extrapunkten belohnt. "Dort ist er enorm schnell, konstant und sehr oft in den Top-3", sagt Green. Während ihm selbst 2019 lediglich drei Top-3-Resultate im Training (8 Zusatzpunkte) gelangen, stellte Rast seinen Audi RS5 DTM 13-mal in 16 Rennen auf einen der drei ersten Startplätze, was ihm 32 Punkte zusätzlich bescherte. "Das ist in der DTM nicht leicht hinzubekommen", lobt Green, "diese Konstanz ist sein stärkster Vorteil überhaupt. Das hat ihm sehr viel Selbstvertrauen verschafft und den richtigen Rhythmus."

Green: "Eine ganz, ganz starke Performance!"

Und noch eine Stärke Rasts hat, laut Green, zu der herausragenden Saison mit bisher sechs Siegen geführt: "Er hat es einfach raus, sich auf dieses Auto einzustellen. Wir hatten ja letztes Jahr eine neue Aerodynamik bekommen und in diesem Jahr die neuen Motoren, wobei wir nicht sehr viele Testtage zur Verfügung hatten. René ist sehr stark darin, in einem neuen Auto schnell zu sein. Ich muss sagen: eine ganz, ganz starke Performance!"

Gerade das letzte Lob kommt insofern überraschend, als Rast selbst gegenüber dem kicker (Montagausgabe) eingeräumt hat, dass er nicht in jedem Auto auf Anhieb Topzeiten abliefern kann: "Wenn man mich in ein Auto setzen würde, das ich nicht kenne, und zehn andere Fahrer auch, glaube ich nicht, dass ich der Schnellste wäre."

Eng: "Er ist ein absolut würdiger und verdienter Champion"

Noch wertvoller als Lobeshymnen aus dem eigenen Lager sind natürlich jene aus dem Kreis der Konkurrenten. Der Salzburger Philipp Eng startet in der DTM zwar erst im zweiten Jahr für BMW, fuhr aber etliche Jahre gemeinsam mit Rast in den unterschiedlichen Porsche-Markenpokalen. "Es war damals schon immer sehr beeindruckend, wie er sich die Rennen eingeteilt hat", findet Eng, "auch da bereits mit seiner auffallenden Qualifyingstärke und seiner Konstanz, die ja auch Jamie schon angesprochen hat. Dieser Mix macht ihn so gut, wie er ist." Eng, um offene Antworten nie verlegen, scheut sich nicht, dem Meister zu seiner Leistung ein klares Kompliment auszusprechen: "Als Rennfahrer hat er meinen allergrößten Respekt, in einer so hochkompetitiven Meisterschaft wie der DTM wirklich immer vorne zu sein. Er ist ein absolut würdiger und verdienter Champion."

Stefan Bomhard