Vertrag des Sport-Geschäftsführers wird nicht verlängert

Kaiserslautern: Bader-Aus offiziell besiegelt

Martin Bader

Bald nicht mehr FCK-Geschäftsführer: Martin Bader. imago images

Bader trug die Verantwortung für die fehlgeschlagene Kaderplanung der aktuellen und der vergangenen Spielzeit sowie die Fehlbesetzungen auf dem Trainerposten. Bei einer Sitzung des Beirats an diesem Sonntag beschloss das Gremium, den zum 31.12.2019 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Seit Anfang Februar 2018 war der frühere Nürnberger für die sportlichen Geschicke in der Pfalz verantwortlich. Boris Schommers ist nach Sascha Hildmann und Michael Frontzeck bereits der dritte Trainer, den Bader anstellte.

Nach der 1:3-Niederlage in München am Samstag erhitzen sich die Gemüter auf dem Betzenberg. Zunächst hatte Beiratsmitglied Jürgen Kind in einer Telefonkonferenz des Gremiums an diesem Sonntag die sofortige Beurlaubung Baders gefordert. Weil nach kicker-Informationen jedoch der potenzielle Investor Flavio Becca diesen Schritt verhinderte, zog Kind persönliche Konsequenzen und legte seine Ämter im Beirat und Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung nieder. Genauso verhielt sich Paul Wüst, der ebenfalls seine Ämter in diesen Gremien zur Verfügung stellt.

"Ich kann die Entscheidung, unseren Geschäftsführer Sport - Martin Bader - nicht umgehend zu beurlauben, nicht mittragen. Außerdem macht es für mich nach diversen Vorfällen aus den letzten zwölf Monaten absolut keinen Sinn mehr, mit Patrick Banf (Anm. d. Red: Beiratsvorsitzender) zusammenzuarbeiten", so das Statement Kinds im Wortlaut.

Fuchs in der Pole Position - Beirat um Banf droht Abwahl

Ex-Profi Fritz Fuchs steht auf der Nachrückerliste für das Kontrollgremium auf Platz eins. Doch dieser will erst im Laufe der Woche eine Entscheidung treffen, ob er den Posten antritt. "Als ich mich 2017 zur Wahl gestellt habe, war die Situation eine ganz andere. Aktuell geht es um die Existenz des Klubs. Da muss ich mir erst einen Überblick verschaffen. Man kann jetzt nicht einfach so da rein springen. Denn die Gefahr ist, dass die Streitereien weitergehen. Wir brauchen aber Ruhe, um die Klasse zu halten", so Fuchs im Gespräch mit dem kicker. Als zweiter Nachrücker ist Wolfgang Rotberg im Gespräch.

Bei der am 20. Oktober stattfindenden Mitgliederversammlung droht das Fass endgültig überzulaufen. Dem gesamten Beirat um den Vorsitzenden Patrick Banf droht die Abwahl. Für diesen Fall hat sich eine Gruppe um dem ehemaligen Weltschiedsrichter Markus Merk, Ex-FCK-Profi Martin Wagner, dem früheren FCK-Vorstand Rainer Keßler und dem langjährigen Vorstand des SC Freiburg, Martin Weimer, als Alternative angeboten.

"In den vergangenen Jahren konnte der sportliche Absturz nicht verhindert werden. Dadurch hat sich auch die wirtschaftliche Situation existenzgefährdend verschärft. Das mit der Ausgliederung versprochene "Lautrer Modell", einer breit gestreuten Beteiligung von Investoren, ist über einen Ansatz nicht hinausgekommen. Die teilweise öffentlich ausgetragenen Machtkämpfe im Aufsichtsrat bei der Investorensuche haben dem Ansehen des Vereins massiv geschadet. (...) Unserer Meinung nach hat der 1. FC Kaiserslautern in dieser angespannten Lage nur eine Chance, wenn es gelingt alle verfügbaren Kräfte auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Die Herausforderungen sind so groß, so dass ein Lagerdenken oder persönliche Interessen unangebracht sind", heißt es in der Pressemitteilung des Quartetts.

Mitgliederversammlung in drei Wochen verspricht Spannung

Zwei entscheidende Fragen bleiben jedoch vorerst offen: Zum einen, warum Becca, der noch immer nicht als Kapitalgeber beim Krisenclub eingestiegen ist - es gibt ausschließlich eine Bürgschaft und diverse Absichtserklärungen - bereits jetzt in solche Entscheidungen involviert ist und an Telefonkonferenzen des Beirats teilnimmt. Und außerdem: Warum Bader trotz der kritischen Situation und seines schon vor Wochen vorhersehbaren Abschieds dennoch die Nachfolgersuche für den freigestellten Trainer Sascha Hildmann überlassen wurde. Die Zukunft des viermaligen deutschen Meisters bleibt also spannend. Und zumindest bis zur Mitgliederversammlung in drei Wochen dürfte der Chaosklub nicht zur Ruhe kommen.

Moritz Kreilinger