Nach Sachsen-Derby: Dresdens Hartmann kritisiert Schiedsrichter

Testroet: "Die spannendste Woche meines Lebens"

Pascal Testroet jubelt über das 3:1

Daumen in den Mund: Pascal Testroets Baby-Jubel nach dem 3:1. imago images

Neun Spiele hatte Pascal Testroet in der 2. Bundesliga nicht mehr getroffen, nun klappte es gleich doppelt. "Dass ich zweimal treffen durfte, tut mir enorm gut", sagte der Angreifer nach Abpfiff bei "Sky". Und das ausgerechnet gegen den Ex-Klub. Für Dresden war Testroet von 2015 bis 2018 aufgelaufen, das Duell mit der SGD bezeichnete er als "ein deutlich bedeutenderes Spiel als gegen alle anderen 16 Gegner" der Liga.

Dass der Knoten nun gerade gegen Dynamo platzte und Aue den Lokalrivalen dank der Doppelpacks von Testroet und seinem Sturmkollegen Dimitrij Nazarov letztlich mit 4:1 nach Hause schickte, ließ den Angreifer natürlich nicht kalt. "Das war eine ganz krasse Nummer heute", so Testroets Resümee. "Solche Tage kommen nicht oft." Dabei war es für ihn nur ein Tag von vielen ereignisreichen derzeit: Am Tag vor dem 0:4 gegen den Hamburger SV in der Vorwoche war Testroet zum zweiten Mal Vater geworden, am Donnerstag hatte er dann selbst seinen 29. Geburtstag gefeiert. "Das war die spannendste Woche meines Lebens", meinte der frischgebackene Vater.

Sein erster Treffer - ein Kopfball im Anschluss an eine Ecke - ging zwar aus kurzer Distanz ins leere Tor, war aber dennoch schwerer zu erzielen, als auf den ersten Blick zu sehen. Beim Tor zum 4:1-Endstand dann ließ Testroet seine beiden ehemaligen Kollegen Florian Ballas und Jannik Müller mit einem Haken ins Leere laufen, um humorlos ins kurze Eck zu vollenden.

"...oder er hat keine Ahnung": Hartmann schießt gegen den Referee

Dieses Tor nahm die Spannung aus einem zuvor intensiv geführten Sachsen-Derby. Noch wenige Minuten zuvor hatte es nach einer hitzigen Schlussphase ausgesehen: Nachdem Aues Torwart Martin Männel eine Flanke hatte fallen lassen und Verteidiger Fabian Kalig den Ball anschließend über die eigene Linie gestochert hatte, zeigte Schiedsrichter Robert Hartmann zunächst Richtung Mittellinie - der vermeintliche 3:2-Anschlusstreffer. Der Video-Assistent mischte sich jedoch ein und der Referee nahm das Tor nach Besuch der Review Area zurück.

Ich bin wie ein Punching Bag zwischen drei Leuten.

Marco Hartmann zur Szene vor dem aberkannten 3:2

Grund: ein angebliches Foul von Dresdens Kapitän Marco Hartmann an Männel. Der hatte in einer Spielertraube unterhalb von Männel gestanden, den Aue-Keeper aber nicht aktiv angegangen. "Ich bin wie ein Punching Bag zwischen drei Leuten und werde hin- und hergeschoben", analysierte Hartmann, der sein Startelf-Comeback nach Verletzung feierte, die Szene bei "Sky". "Wenn ich der Auslöser dafür sein soll, dass das Tor nicht zählt, hat der Schiedsrichter das falsch bewertet", meinte der Defensivmann - und schoss in Richtung Namensvetter Robert Hartmann: "Entweder habe ich einen komplett falschen Eindruck oder er hat keine Ahnung."

mib