Klare Steigerung des SV 98 nach der Pause

Zweite Hälfte als Benchmark für die Lilien

Marcel Heller

Sicherte Darmstadt einen Punkt: Marcel Heller. imago images

Das änderte zwar nichts daran, dass die Sieglos-Serie auf sechs Partien anwuchs, ließ die Südhessen die Heimreise jedoch mit einem einigermaßen guten Gefühl antreten. Auch weil sie sahen, wie es gehen kann: den Gegner weit in dessen Hälfte unter Druck setzen, die Mannschaft insgesamt offensiver ausrichten, auch mal den Mut zu einem zweiten Angreifer (Ognjen Ozegovic in den letzten 25 Minuten) zeigen. Kommen dann noch viele gewonnene Zweikämpfe und eine offensichtliche konditionelle Überlegenheit wie in Bochum nach der Pause hinzu, ergeben sich Erfolgserlebnisse fast zwangsläufig.

Auch Trainer Dimitrios Grammozis war mit den zweiten 45 Minuten zufrieden: "In der Halbzeit haben wir einige Sachen angesprochen und meine Mannschaft hat dann das Gesicht gezeigt, was ich mir von Beginn an gewünscht hatte." Auch die Hereinnahme von Marcel Heller belebte das Darmstädter Offensivspiel. "Wir waren viel engagierter, viel griffiger und haben viele Zweikämpfe gewonnen. Mit jeder Minute haben wir dann auch mehr Angriffe gefahren und hatten schlussendlich sogar noch die Chance auf den Sieg." Dergestalt müsse man künftig aber von Beginn auftreten.

Die Spieler klangen ähnlich: "Aufgrund der zweiten Halbzeit ist der Punkt verdient. Da haben wir Alarm gemacht und uns getraut, nach vorne zu spielen", sagte Kapitän Fabian Holland. Und Immanuel Höhn, der sein erstes Saisontor köpfte, konstatierte: "Speziell nach der Pause haben wir ein richtig gutes Gesicht gezeigt. Da haben wir so gespielt, wie wir es uns vorstellen." Vorerst kann die zweite Hälfte des Bochum-Spiels - obgleich auch in der noch nicht alles perfekt war - für den SV 98 also als Benchmark dienen.

Jens Dörr