Rose: "Ich würde da kein Fass aufmachen"

Plea und der kuriose Verzicht beim Elfmeter

Marco Rose

Auswärts mit seiner Mannschaft eine Macht: Marco Rose. imago images

Es war eine kuriose Szene am Rande. Als Schiedsrichter Harm Osmers sich in der Schlussphase auf dem Monitor am Spielfeldrand vergewisserte, ob nach der Attacke von Florian Grillitsch gegen Florian Neuhaus der Elfmeter für die Fohlen gerechtfertigt war, einigten sich auf dem Rasen Borussias Stürmer, wer den Strafstoß ausführen würde.

Marco Rose hatte eigentlich Alassane Plea als Schützen bestimmt. Doch der entschied ganz großzügig, Breel Embolo ausführen zu lassen. Dazu kam es dann allerdings gar nicht, weil Osmers seine ursprüngliche Entscheidung zurücknahm.

Ein Stürmer also, der eigenmächtig die Entscheidung des Trainers korrigiert? "Ich hätte da hinterher kein Fass aufgemacht", betont Rose. "Wenn jemand beim Elfmeter seinem Teamkollegen den Vortritt lässt, dann spricht das ja schließlich auch für die Mannschaft. Wenn die Jungs das untereinander so ausmachen, dann ist das in Ordnung."

Lächelnd schränkte der Borussen-Trainer allerdings auch ein: "Wenn es gut geht, ist es schön. Aber wenn es daneben geht, dann sage ich natürlich: Das nächste Mal auf den Trainer hören."

Elfmeter hin oder her, letztlich setzte Borussia ihre starke Auswärtsserie recht souverän fort. Drei Spiele, drei Siege, bisher in der Bundesliga, dazu der Pokal-Erfolg in Sandhausen sowie der Sieg im letzten Auswärtsspiel in der vorigen Saison in Nürnberg: Die jüngsten fünf Pflichtspiele in der Fremde haben die Borussen nun gewonnen. "Es würde Sinn machen", so Rose schmunzelnd, "diese Serie am Donnerstag in Istanbul fortzusetzen." Denn in der Europa League stehen die Borussen nach dem 0:4 zum Auftakt gegen den Wolfsberger AC arg unter Druck.

Oliver Bitter