Nürnberg: Duell der beiden bislang enttäuschenden Absteiger

Was Canadi nun fordert

Damir Canadi

Ist mit dem Saisonverlauf bislang nicht zufrieden: FCN-Coach Damir Canadi. imago images

Am Montag kommt es eine Spielklasse tiefer zur Neuauflage - und auch wenn sich die Vorzeichen nicht mehr ganz so trist lesen, so kommt es dennoch wieder zu einem Duell zweier Enttäuschten und mitunter auch Enttäuschenden. Gemäß der Zielsetzung hätte es an der Leine zwischen den beiden Absteigern zum Spitzentreffen kommen sollen, in der Realität hingegen geht's für beide darum, nicht früh schon den Anschluss zu verlieren.

Etwas komfortabler macht sich da die Ausgangslage für die Franken aus, und dies nicht nur, weil sie einen Zähler mehr haben als die 96er. Ihnen bietet sich die Chance, eine Serie auszubauen, die momentan noch nicht sexy daherkommt. Gut, seit vier Spielen ist der Club zwar ungeschlagen, dabei dummerweise auch jüngst dreimal in Folge mit einer Punkteteilung vom Feld gegangen. Mit einem Sieg am Montag würde die Elf von Trainer Damir Canadi besagte Serie gewaltig aufhübschen. So gesehen ist auch mit Blick auf die Ambitionen die Vorgabe des Trainers nur allzu verständlich. "Es wird ein schweres Spiel, das wir aber gewinnen wollen. Und dies muss man auch von der ersten Minute an sehen können", betont Canadi, der zum bisher Erreichten eine ebenso klare Aussage trifft: "Wir sind damit nicht zufrieden."

Wechselhaftigkeit? - Canadi: "Die Ursachen sind uns bekannt"

Und damit meint der gebürtige Wiener die nackte Ausbeute wie die bisherige Spielweise. Stets mutig, aktiv und dominant lautet sein Mantra, hohes Verteidigen und schnelle Vertikalpässe sind dabei die Instrumente, die er seine Schützlinge vom ersten Training an einstudieren lässt. Bislang vom Ertrag her mit durchwachsenen Erfolg, seine Handschrift jedenfalls ist nicht durchgehend zu erkennen. Wenn sie mal wie gegen Heidenheim (2:2) richtiggehend ins Auge sticht, meint man ein Spiel später, der Trainer hätte unsichtbare Tinte verwendet - siehe die erste Hälfte in Darmstadt (3:3). Unter letztere Kategorie fällt auch das jüngste 1:1 gegen den KSC. Warum sich der Club so wechselhaft präsentiert, ist für Canadi indes kein Rätsel: "Die Ursachen sind uns bekannt."

An der Abwehr liegt es in erster Linie, genauer am Defensivverhalten an sich. Das hohe Verteidigen, das wiederum Basis der gewünschten Spielweise darstellt, ist seiner Mannschaft noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen - egal ob Dreier- oder Viererkette, der Mut, durchgehend hochstehend den Gegner zu bearbeiten, geht dem Club bislang ab. Und dies, obwohl dieses Hochverteidigen seit Monaten den Schwerpunkt in der Trainingsarbeit bildet. Warum es dennoch nicht wie gewünscht funktioniert, dafür hat Canadi eine simple Erklärung: "Normalerweise führe ich so etwas gar nicht an. Aber gerade in der Abwehr sind wir durch Verletzungen immer wieder zu Umstellungen gezwungen worden." Kurzum: stetig wechselnde Besetzungen ergeben keine unerschütterlich sitzenden Automatismen.

Canadi: "Es dürfte nun jedem klar sein, was und wie wir spielen wollen"

Für Canadi ist dies allerdings Grund, um Geduld zu bitten. Vielmehr erhöht er die Schlagzahl, indem er ausdrücklich die Mannschaft in die Pflicht nimmt. "Wir arbeiten jetzt fast vier Monate zusammen, es dürfte nun jedem klar sein, was und wie wir spielen wollen. Deswegen werde ich nun gewisse Dinge auch einfordern."

Klappt dies am Montag wie gewünscht, glättet dies beim Club die zuletzt aufkommenden Wogen. Geht's schief, dürfte im Umfeld nicht nur über das hohe Verteidigen diskutiert werden.

Chris Biechele

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