Bundesliga

Bundesliga, 1. FSV Mainz 05 - Phillipp Mwene: Ende einer langen Leidenszeit

Mainzer Rechtsverteidiger vor der Rückkehr

Mwene: Ende einer langen Leidenszeit

Phillipp Mwene

Bald wieder auf dem Platz: Phillipp Mwene. Picture Alliance

"Am Anfang war es sehr schwierig, weil du mit den Krücken fast nichts machen kannst. Das kann man dann nur über sich ergehen lassen", berichtet Mwene im Gespräch mit dem kicker von den Tagen nach der Knie-Operation. Nachdem die konservative Behandlung des ab November 2018 Probleme bereitenden Knies keine komplette Heilung ermöglichte, folgte im März 2019 die OP. Die folgende Reha: ein Auf und Ab. "Es gab Phasen, da ging es einfach nicht voran. Da fragst du dich: Wie soll das wieder werden?"

Dieser Punkt ist inzwischen längst überwunden. Schon in einigen Wochen könnte der Rechtsverteidiger wieder Bundesliga-Luft schnuppern. "Ich habe vorletzte Woche schon Teile des Mannschaftstrainings absolviert, letzte Woche dann die erste komplette Einheit. Es fühlt sich super an, wieder bei der Mannschaft und voll im Training zu sein. Es macht Spaß", so Mwene. Geduld war eine der wichtigsten Eigenschaften, um die lange Leidenszeit zu überstehen. "Als ich auf dem Platz angefangen habe zu trainieren, wollte ich so schnell wie möglich zurück. Da mussten mich die anderen Bremsen. Im Nachhinein war das aber sicher die richtige Entscheidung", schildert der frühere U21-Nationalspieler des Nachbarlands.

Mwene will an die guten Leistungen in der Vergangenheit anknüpfen

Jetzt will Mwene dort ansetzen, wo er im vergangenen Jahr aufhören musste und den persönlichen Aufstieg fortsetzen. Zwei Jahre als Leistungsträger beim 1. FC Kaiserslautern gesetzt, konnte auch Mwene den Abstieg im Sommer 2018 nicht verhindern. Persönlich folgte mit dem Wechsel zu den Mainzern jedoch der Aufstieg in die Bundesliga. Dort fand er sich ohne Anlaufschwierigkeiten gleich zurecht. Sechs Bundesligaeinsätze und ein, wie Trainer Sandro Schwarz damals sagte, "überragendes Spiel" im DFB-Pokal gegen den FC Augsburg inklusive Premierentreffer im Mainzer Trikot stehen bisher in der Vita.

Und das Pokalspiel auf der für ihn ungewohnten Position im rechten Mittelfeld. Doch Mwene nur auf seine Stammposition hinten rechts zu beschränken, würde dem Allrounder nicht gerecht werden. Auch selbst sieht er sich deutlich vielseitiger aufgestellt: "Als ich letztes Jahr auf der Acht zum Einsatz gekommen bin, hat mir das wirklich sehr gut gefallen, weil es eine sehr anspruchsvolle Position ist. Es wird viel von einem verlangt, man muss offensiv Akzente setzen, viel laufen, viele Zweikämpfe annehmen. Das könnte auch eine Position für die Zukunft sein."

Rechtsverteidiger in den nächsten ein bis zwei Wochen wohl noch nicht im engeren Kreis

Ob er sich ein festes Ziel für die Rückkehr in den Kader gesetzt habe? "Nein", erklärt Mwene, "denn wenn du das gesteckte Ziel nicht erreichst, ist die Enttäuschung umso größer. Ich lasse das auf mich zukommen und gebe im Training alles, ich habe schließlich noch einiges aufzuholen." Auch Schwarz freut sich auf die anstehende Rückkehr seines Rechtsaußen, versucht die Erwartungshaltung fürs Erste aber noch zu dämpfen. "Da brauchen wir alle noch etwas Zeit und Geduld, weil er doch sehr lange raus war. Dennoch sieht man in einzelnen Momenten immer wieder seine fußballerische Qualität in den wenigen Trainingseinheiten. Ich gehe nicht davon aus, dass er in den nächsten ein bis zwei Wochen schon zum engen Kreis dazugehören wird. Dennoch ist es wichtig, jede einzelne Einheit für sich zu nutzen. Das macht er sehr gut", so der 05-Coach.

Die Länderspielpause in zwei Wochen kommt da gelegen. Denn insbesondere im physischen Bereich macht sich die lange Ausfallzeit noch bemerkbar: "Als ich zurück ins Training kam wusste ich noch nicht genau, wie es mit dem Fußballerischen aussieht. Es ging jetzt aber relativ schnell, dass ich das Gefühl im Fuß wieder bekommen habe. Die größere Herausforderung wird jetzt sein, die Fitness zu bekommen, ein Spiel über 90 Minuten gehen zu können."

Erfahrungen im Abstiegskampf als Hilfe

Umso größer dürfte die Freude in einigen Wochen sein, auch am Wochenende wieder mit den Kollegen auf dem Platz zu stehen. Und auch mental könnte er in der aktuell schwierigen Situation im Tabellenkeller zu einem wichtigen Faktor werden. Denn die Erfahrungen im Abstiegskampf mit Kaiserslautern dürften ihm und seinen Mitspielern zugute kommen. Mit einem hoffentlich besseren Ende - aus Mainzer Sicht.

Moritz Kreilinger

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