Bayerns-Trainer erklärt die Defensivarbeit im Mittelfeldzentrum

Kovacs Plan: Wie die alten Römer

Niko Kovac

"Wenn man angreift, greifen alle an": Niko Kovac. imago images

Zwar kassierte der FC Bayern in dieser Bundesliga-Saison nur vier Gegentreffer, einzig RB Leipzig fing sich ein Tor weniger, und doch standen die Münchner nicht immer sattelfest. Weil das Zentrum im Mittelfeld häufig dem Gegner Räume bot, das (Gegen-)Pressing nicht auf allen Ebenen funktionierte oder Lücken im Verbund nicht geschlossen wurden. Ganz unabhängig davon, welchen Profi Trainer Niko Kovac auf der (Doppel-)Sechs aufs Feld schickte. So kam Hertha BSC beim 2:2-Ligaauftakt einfach zu zwei Toren, auch der 1. FC Köln hatte jüngst viele Freiheiten und Möglichkeiten.

Stimmen die Ergebnisse, kann's den Bayern egal sein. "Die vier Gegentreffer" seien ein Indiz dafür, "dass wir auf einem guten Weg sind", sagt der Coach, früher selbst Mittelfeldspieler. Der kicker fragte nach, wie er sich denn das Spiel im Zentrum vorstelle, worauf es ankäme. Kovacs Erklärung: "Wenn man angreift, greifen alle an. Fußball ist ein Kollektiv-Sport, wo jeder mitarbeiten muss - mit und ohne Ball." So sollte es sich auch in der Defensivarbeit verhalten. Miteinander. Es ginge darum, "nach innen oder nach außen zu kanalisieren", wie der FCB-Trainer sagt: "Wir haben früher alle die Römer gesehen mit ihren Legionen, wie sie sich aufgestellt haben."

Geschickt und dicht gestaffelt, sodass niemand durchschleichen konnte. Die Bilder sind aus den Asterix-und-Obelix-Filmen nur zu gut bekannt. "Das", so Kovac, "ist der springende Punkt: Wenn wir uns alle gemeinsam von außen eng halten, ist es schwierig, uns zu durchbrechen."

Steht die Defensive, heißt es, die - meist - fußballerische Überlegenheit noch deutlicher zu demonstrieren. "Es ist kaum möglich, dass man 90 Minuten dominiert", meint Kovac. Er wolle das Team dahingehend entwickeln, dass "wir aus 60 Minuten 70 oder 80 machen". Und, dass eine "Führung schneller ausgebaut" wird, dafür müsse der Rekordmeister "noch mehr an Sicherheit gewinnen".

Am Samstag in Paderborn (15.30 Uhr LIVE! bei kicker.de), Tabellenletzter und das Gallien der Bundesliga, oder spätestens nächste Woche Dienstag im Duell mit Tottenham Hotspur in der Champions League wird Kovacs fußballerische Armee getestet.

Georg Holzner

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