Werder-Coach Kohfeldt: "Müssen wir über uns hinauswachsen"

Bremens Lazarett lichtet sich - Rashica ein Startelfkandidat

Wieder von Beginn an dabei? Bremens Offensivspieler Milot Rashica.

Wieder von Beginn an dabei? Bremens Offensivspieler Milot Rashica. imago images

Die Verletztenliste beim SV Werder ist lang, beim 0:3 gegen Leipzig spielte schon fast eine Not-Elf. Während einige Spieler wie beispielsweise Niclas Füllkrug (Kreuzbandriss) lange fehlen, gibt es von anderen Akteuren positive Nachrichten. Milot Rashica, der gegen RB schon auf der Bank saß, dann allerdings vorsichtshalber doch nicht auflief, hat keine Probleme mehr. "Es war eine kluge Entscheidung, es so zu handhaben, wie wir es gemacht haben. Er ist definitiv ein Startelfkandidat", berichtet Kohfeldt. Keine Startelfkandidaten, aber diese Spielzeit erstmals im Kader sind, die beiden Innenverteidiger Sebastian Langkamp und Milos Veljkovic.

Maximilian Eggestein ist wieder ein Kandidat für 90 Minuten, gegen Leipzig verließ er nach 66 Minuten den Rasen, er laborierte an Rückenbeschwerden. Philipp Bargfrede ist eine Woche weiter, auch er kommt nicht für die erste Elf in Frage, aber "es kann sein, dass aus 20 Minuten jetzt 35 oder 40 werden", so Kohfeldt. Nicht geschafft hat es dagegen Ömer Toprak. "Wir werden ihn so vorbereiten, dass er nächste Woche in Frankfurt ein Kandidat ist, das Spiel 90 Minuten durchzuhalten", berichtet der Bremer Coach.

Kohfeldt war auf der Pressekonferenz die Erleichterung anzumerken, dass es personell wieder gute Nachrichten gibt. Vor knapp einer Woche sah es anders aus, die Diagnose bei Füllkrug war ein Schock. Doch die Reaktion des Teams sowie dem Umfeld hat dem SVW-Coach sehr gut gefallen: "Das bringt uns enger zusammen. Auch im Verein und der Stadt sagt man sich: 'Jetzt erst recht.' Gegen Leipzig haben wir eine Leistung abgerufen, die mir unglaublich viel Respekt abgenötigt hat."

"Sehe uns keinesfalls chancenlos"

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten machten es die Norddeutschen gut, am Ende reichte es gegen ein starkes RB Leipzig nicht für Zählbares. Am Samstag kommt direkt die nächste harte Aufgabe auf Werder zu, es geht zu Meisterschaftskandidat Dortmund. "Ich kann für Samstag versprechen, jeder Werder-Fan wird eine Mannschaft sehen, die sich mit allem was sie hat wehrt. Und ich kann auch sagen, die Mittel werden mehr. Ich sehe uns keinesfalls chancenlos in Dortmund", sagte Kohfeldt.

Goller ein Startelfkandidat

Natürlich schöpft der Coach auch Mut aus dem nun größeren Möglichkeiten in Sachen Personal. "Wenn ich mir ein mögliches Mittelfeld anschaue, dann sage ich schon, das gefällt mir", so der Coach. Detailliert auf die Aufstellung ging er wie gewohnt nicht ein. Youngster Benjamin Goller, der gegen RB 90 Minuten durchspielte, darf dabei auf einen weiteren Einsatz hoffen, wie Kohfeldt verriet: "Er hat ein top Spiel gemacht. Er ist im Kader und auch ein Startelfkandidat."

"Müssen über uns hinauswachsen"

Egal, wer am Ende in Dortmund aufläuft, es braucht eine sehr gute Leistung der Werderaner, um etwas mitzunehmen. "Wir werden nach Dortmund fahren mit dem Willen und Glauben, dort zu gewinnen. So werden wir auch auftreten", versprühte Kohfeldt Zuversicht, fügte allerdings an: "Egal mit welcher Konstellation man nach Dortmund fährt, für mich ist es einer der zwei, mit Leipzig jetzt drei schwersten Aufgaben, die es im deutschen Fußball gibt. Der BVB hat unglaubliche Qualität, sie haben einen unglaublich guten Kader, der viele Varianten hergibt." Und so schloss der Coach mit: "Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir über uns hinauswachsen." Aber dass Werder beim BVB bestehen kann, hat es vergangenes Jahr gezeigt, im Achtelfinale des Pokals kamen die Norddeutschen durch ein 4:2 im Elfmeterschießen weiter.

mst

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