Doku über die deutsche Nationaltorhüterin

Schult: "Man hat eine neue Erfahrung in seinem Leben"

Almuth Schult

Muss aktuell wegen einer Schulterverletzung pausieren: Almuth Schult. imago images

Für das Turnier wurde die Schulter mit Injektionen und Physio stabilisiert. Zugezogen hatte sich die 28-Jährige diese Verletzung schon Ende April bei einem Sturz im Training vor dem Spiel gegen den SC Sand. Das verriet die Torhüterin NDR-Reporterin Inka Blumensaat, die Schult über Wochen begleitete und eine halbstündige Doku über die beste deutsche Torhüterin gedreht hat. Zu sehen ist diese Doku am Sonntag im dritten Programm des NDR um 23.35 Uhr.

Wie schlimm ihre Schulterverletzung wirklich war, das hatte Almuth Schult, die sich schon im Februar eine schwere Maserinfektion zugezogen hatte, lange geheim gehalten. "Wenn es nicht gut läuft und jeder hätte die Diagnose gewusst, vielleicht auch schon im Vorfeld, wäre da eine Diskussion entstanden auch von Leuten, die Ahnung haben, die sagen: sie kann mit der Verletzung keine WM spielen. Dann wär vielleicht ein Fehler passiert und es wär ein Aufschrei gekommen", begründet sie im Nachhinein ihr Verhalten. Für die Wolfsburgerin steht aber fest, dass sie im nächsten Jahr stärker zurückkommen wird: "Das ist für mich selbstverständlich als Sportler, dass man stärker zurückkommt. Weil alleine schon die Verletzung oder Erkrankung einen stärker macht. Man hat eine neue Erfahrung in seinem Leben."

Auch die immensen Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen im Fußball werden in der NDR-Doku thematisiert. Schult dazu: "Ich weiß nicht genau, was Manuel Neuer verdient. Aber es wird um das Hundertfache mehr sein als ich verdiene. Klar wär es schön, wenn ich auch ein bisschen mehr Geld verdienen würde. Aber grundsätzlich muss man auch sehen, dass Manuel Neuer eine andere Lebensqualität hat als ich. Ich kann mich frei bewegen. Dafür muss er vielleicht auch eine Art von Schmerzensgeld bekommen, dass Privatsphäre verloren geht. Aber dass das Verhältnis so riesig ist, das muss glaub ich nicht sein."

Gunnar Meggers