Wolfsburgs Neuzugang kommt nicht am Brasilianer vorbei

Im Duell mit Mbabu: Vorteil William

William

Hat im Konkurrenzkampf mit Kevin Mbabu derzeit die Nase vorne: Wolfsburgs Rechtsverteidiger William. imago images

Es gab Phasen in der vergangenen Saison, da stellte William ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für die eigene Mannschaft dar. Schwere Fehler, die zu Gegentoren führten. Ex-Trainer Bruno Labbadia hielt jedoch fast durchgehend an dem Brasilianer fest, wohl auch aus Mangel an Alternativen. Paul Verhaegh hatte mit 35 Jahren nicht mehr den von Labbadia geforderten Offensivschwung. Und Sebastian Jung war ständig verletzt.

Die Verträge der Back-ups liefen aus, mit Kevin Mbabu wurde ein vermeintlicher Hochkaräter aus Bern verpflichtet. Jedoch: Noch hat der 24-Jährige stark mit Anpassungsproblemen zu kämpfen, an seinem internen Konkurrenten kommt er mit den bisher gezeigten Leistungen nicht vorbei. Vorteil William!

Der Rechtsverteidiger, ebenfalls 24 Jahre jung, erhielt bislang in jedem Ligaspiel den Vorzug, einzig zuletzt in der Europa League gegen Oleksandrija (3:1) durfte Mbabu in der Startelf ran. Doch auch dort offenbarte der robuste Schweizer technische Defizite - die Bewährungschance ließ er ungenutzt. Und so kehrte William in der Liga gegen Hoffenheim (1:1) direkt in die Anfangsformation zurück. "Ich hätte gerne gespielt", sagt der Südamerikaner mit Blick auf den Europapokal, "aber ich respektiere das."

Schritt nach vorne: Noch kein Fehler, der zu einem Gegentor führte

Den Konkurrenzkampf mit Mbabu sieht er entspannt. "Das ist normal." Im vergangenen Jahr habe auch Verhaegh Druck gemacht, dennoch machte William 31 Ligaspiele. Selbstbewusst sagt er: "Ich kenne meine Qualitäten." Dazu gehört die Bereitwilligkeit zum Lernen. Das 3-4-3 unter Trainer Oliver Glasner ist neu für ihn, William bekleidet die komplette rechte Außenbahn. Und wird dabei häufig gesucht: Mit 402 Ballkontakten hat er aktuell die meisten seines Teams. Und: Ein schwerer Fehler, der zu einem Gegentor führt, ist ihm noch nicht unterlaufen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Schritt nach vorne.

Thomas Hiete