Bundesliga

Bayer Leverkusen - Peter Bosz: "Manchmal weiß ich gar nicht, gegen wen wir danach spielen"

Trainer und Abwehrchef fordern vollen Fokus auf Augsburg

Bosz: "Manchmal weiß ich gar nicht, gegen wen wir danach spielen"

Peter Bosz

Folgte im Januar 2019 auf Heiko Herrlich: Leverkusens Trainer Peter Bosz. imago images

Für Bayer 04 steht eine englische Woche mit zwei Highlights an: Am Dienstag tritt die Werkself in der Champions League beim Gruppenfavoriten Juventus Turin an. Am Wochenende darauf empfängt das Team von Peter Bosz Tabellenführer RB Leipzig in der Bundesliga. Zwei Partien, die in die Kategorie der Besonderen gehören und die alle Bayer-Profis automatisch maximal aktivieren werden. Der kleine Haken an diesem Teil des Terminplans ist die Tatsache, dass Bayer 04 zuvor am Samstag beim FC Augsburg antreten muss. Liga-Alltag, der die Frage aufwirft, ob es Kai Havertz und Co. vor den beiden Sahnehäubchen auch gegen den Tabellenzwölften hinbekommen, eine Leistung nahe am Optimum abzuliefern.

"Wenn man die Namen danach hört, sind das interessante, aber auch sehr schwere Brocken. Es zählt, dass alle den Fokus auf Augsburg haben", weiß Abwehrchef Sven Bender, der den Drei-Spiele-Pack "knackig" nennt, jedoch betont: "aber für mich zählt nur das Augsburg-Spiel. Es macht keinen Sinn, an die Spiele danach zu denken. Der Fokus liegt nur auf Augsburg. Es ist ein extrem wichtiges Auswärtsspiel für uns. Der Saisonstart war bis hierhin in Ordnung. Jetzt geht es darum weiterzumachen. Und jeder weiß, wie schwer es ist, in Augsburg zu spielen."

Bosz: "Es ist nur ein Spiel im Fokus"

Am Ende einer Saison sind es halt oft diese kleinen, vermeintlich leichteren Partien, die darüber entscheiden, ob Ziele erreicht werden oder eben nicht. Die Erkenntnis, dass es keinerlei Sinn ergibt, über das nächste Spiel hinweg zu schauen, ist genauso banal wie schwer umzusetzen. So sagt Peter Bosz zu der latenten Gefahr, vor den Partien gegen Turin und Leipzig in Augsburg nicht wirklich auf dem Platz zu stehen: "Es ist nur ein Spiel im Fokus. Und das ist Augsburg. Wenn wir nur an Turin und Leipzig denken und dann gegen Augsburg verlieren, steht das Spiel gegen Leipzig auch wieder unter anderen Vorzeichen. Deshalb habe ich das schon als Spieler gelernt." Statt der Chance, mit Leipzig gleichzuziehen oder RB sogar zu überholen, würde bei einem Ausrutscher in Augsburg die Gefahr entstehen, im Spiel gegen Leipzig schon eine Lücke zum Spitzentrio aufreißen zu lassen.

Dabei ist Bosz bewusst, dass es durchaus Stolpersteine gibt bei dem Versuch, den Fokus auf Augsburg zu richten. "Das ist nicht immer einfach. Die Journalisten fragen die Spieler nach den Spielen gegen Juve und Leipzig. Es muss eine Qualität der Mannschaft sein, dass sie sich wirklich auf Augsburg fokussiert. Zu 100 Prozent. Und danach sehen wir weiter." Folglich finden das italienische und das deutsche Topteam keine Erwähnung in Boszs Worten an seine Profis. "Es hilft nicht, wenn ich mit der Mannschaft jetzt über andere Gegner rede. Und ehrlich: Manchmal weiß ich gar nicht, gegen wen wir danach spielen. Das ist wirklich so", beteuert Bosz.

Der Trainer muss abwägen

Wobei dies in einer englischen Woche auszuschließen ist. Muss Bosz doch genau abwägen, welche Profis er in welcher Partie schont oder eben nicht. Und dabei muss der Trainer selbst darauf achten, dass er mit der einen oder anderen Personalentscheidung bei seinen Spielern nicht den Eindruck erweckt, dass die Partie in Augsburg nur ein My weniger bedeutsam sein könnte als die darauffolgenden Highlights in Turin und gegen Leipzig.

Stephan von Nocks