Seit einem halben Jahr nur Statist beim BVB

Zagadou: Absturz nach Höhenflug

Könnte den angeschlagenen Mats Hummels gegen Bremen vertreten: Dortmunds Dan-Axel Zagadou.

Könnte den angeschlagenen Mats Hummels gegen Bremen vertreten: Dortmunds Dan-Axel Zagadou. imago images

Es ist erst knapp ein Jahr her, dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung Dan-Axel Zagadou bescheinigte, er sei "aus der Dortmunder Spektakeltruppe nicht mehr wegzudenken". Der 1,96 m große Abwehr-Koloss hielt ein Abo auf einen Platz im BVB-Team, bestach durch seine Ruhe, durch Physis, Robustheit, Kopfballstärke - und durch beachtliche Präzision im Spielaufbau. Es schien sich zu bestätigen, dass der Franzose tatsächlich ein "no brainer" ist, ein Spieler, mit dem man nichts falsch machen kann. Noch im Februar schwärmte Sportdirektor Michael Zorc: "Zagadou hat ein gesundes Selbstbewusstsein und immer an sich geglaubt."

Ob dieses unerschütterliche Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten weiter besteht, ist nicht bekannt. Zagadous Höhenflug folgte der jähe Absturz, seit dem 6. April 2019 (0:5 in München, kicker-Note 6) erhielt der 20-Jährige von Lucien Favre in einem Pflichtspiel kein Mandat mehr für die Anfangsformation. Das liegt in der neuen Saison gewiss daran, dass der Trainer im Abwehrzentrum früh auf Hummels und Manuel Akanji setzte - wird aber auch mit Zagadous häufigen Fehlern und den fatalen Folgen dieser Fehler im alten Jahr zu tun haben.

Wird sich Zagadous Status noch einmal dauerhaft bessern?

"Le mur jaune"? Die gelbe Wand? Aktuell würde ihm Zorc diesen Ehrentitel wohl kein zweites Mal verleihen. Zagadou vermisst im Klub die Spielpraxis, die ihm allenfalls Frankreichs U-21-Nationalmannschaft bieten kann. In Frankfurt stand der 2017 von Paris St. Germain abgeworbene Innenverteidiger immerhin eine knappe halbe Stunde auf dem Rasen. Ob es am Samstag (Anstoß 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) gegen Werder Bremen mehr wird und ob sich sein Status in Dortmund noch einmal dauerhaft bessern wird, werden die kommenden Wochen zeigen.

Zagadous Vorzüge sind ebenso bekannt wie seine Defizite. An Beinarbeit, Beweglichkeit und Feinkoordination wird man bei ihm weiter arbeiten müssen.

Thomas Hennecke

TV-Gelder: Bayern kriegt fast so viel wie die halbe Liga zusammen