Ingolstadt: Kutschke fordert wieder 100 Prozent

Rotsünder Kurzweg kommt auch beim DFB nicht gut weg

Tritt mit Folgen: Peter Kurzweg.

Tritt mit Folgen: Peter Kurzweg. imago images

Saibene hatte im Vorfeld des Auswärtsspiels bei der Reserve des FC Bayern von einer Bestandsaufnahme gesprochen. Eine Szene in jener Partie, die der FCB letztendlich mit 2:1 für sich entscheiden konnte, ist dabei symptomatisch für die derzeitige Lage bei den Donaustädtern: In der 76. Minute wurde Caniggia Elva eingewechselt - und sah noch bevor die Partie wieder angepfiffen wurde die Gelbe Karte, nachdem er zu früh das Feld betreten hatte.

Das ist die dritte rote Karte, das geht einfach nicht, wir bestrafen uns selber.

Jeff Saibene

"Mit elf Mann hätten wir einen Punkt geholt"

Ähnlich - aber gravierender - war es bereits in der 45. Minute: Peter Kurzweg, ein eigentlich erfahrener Akteur (32 Zweitliga- und 65 Drittliga-Spiele), ließ sich zu einer Unsportlichkeit hinreißen. Bayerns Maximilian Welzmüller hakte im Zweikampf mit dem Linksverteidiger nach, woraufhin der 26-Jährige nachtrat und zu Recht des Platzes verwiesen wurde. Es war die bereits dritte Rote Karte des FCI in der laufenden Drittligasaison, die neben den Verletzungen zu andauernder Fluktuation in der Startelf führt und die Schanzer auch am neunten Spieltag um den Lohn brachte. "Mit elf Mann hätten wir hier einen Punkt geholt", stellte Sportchef Michael Henke in der "Süddeutschen Zeitung" nach der Partie fest.

Kurzweg drei Spiele gesperrt

Michael Heinloth, der als rechter Verteidiger auflief, pflichtete bei: "Das hat uns das Genick gebrochen." Für FCI-Kapitän Stefan Kutschke war jene Aktion schlichtweg "unverständlich". Das sah auch der DFB so und belegte Kurzweg am Montag mit einer Sperre von drei Spielen.

Kutschke fand aber nicht nur Richtung Kurzweg kritische Worte und beanstandete in einem Beitrag des vereinseigenen YouTube-Kanals vor allem die Einstellung seiner Mannschaft: "An die 100 Prozent-Marke, die wir noch zum Saisonauftakt hatten, kommt aktuell kein Spieler heran. Darüber muss sich jeder einzelne Gedanken machen."

Auch im Duell mit der Zweitvertretung des deutschen Rekordmeisters brachten sich die Schanzer erneut mit etlichen Fehlpässen in die Bredouille, so auch vor dem 0:1. Saibene gab diesbezüglich zu Protokoll: "Wir spielen viele einfache Bälle dem Gegner in die Füße. So etwas darf nicht passieren." Aus jenen Fehlern resultieren derzeit auch zahlreiche Gegentreffer (zehn in den vergangenen vier Ligapartien). Zu Saisonbeginn war gerade die Defensive eine Stärke der Schanzer, deren Torwart Fabijan Buntic in den ersten fünf Partien nur dreimal hinter sich greifen musste - das war bis dato ligaweit der Bestwert.

Tabellenführer zu Gast in Ingolstadt

Demzufolge ist für Saibene vor dem Heimspiel am kommenden Montag (19 Uhr, LIVE! bei kicker.de) gegen die SpVgg Unterhaching klar: "Wir müssen einfach mal zu Null spielen." Die Partie gegen den aktuellen Tabellenführer, der in vier der vergangenen fünf Partien jeweils doppelt traf, könnte angesichts der derzeitigen Formkrise gerade recht kommen, um mit einem Sieg über die in den vergangenen drei Spielen siegreiche Spielvereinigung (3/0/0) wieder in die Spur zu finden. Oder aber auch zur Unzeit, denn sollte Ingolstadt verlieren, würde es vorerst den Anschluss an die Aufstiegsplätze verlieren.

nik