Ein Spiel Sperre für Ehizibue - Veh soll sich äußern

"Der Schiedsrichter hätte auch das Bayern-Trikot anziehen können"

Patrick Ittrich

Geriet bei Armin Veh in die Kritik: Schiedsrichter Patrick Ittrich. imago images

Grund zum Ärger hatte Armin Veh in München reichlich. Ein Gegentor nach drei Minuten, eines zwei Minuten nach Wiederanpfiff - alle positiven Ansätze des Kölner Spiels waren dahin, weil Fehler gegen die Bayern meist bestraft werden. Richtig in Harnisch geriet der Kölner Geschäftsführer, als Schiedsrichter Patrick Ittrich nach 59 Minuten auf Elfmeter für die Bayern entschied und Kingsley Ehizibue mit Rot vom Platz schickte (Ein Spiel Sperre). Eine zweifelhafte Entscheidung, die Veh aufregte: "Die Entscheidung passte zur Leistung des Schiedsrichters. Er hätte auch das rote Trikot der Bayern anziehen können", ätzte Veh.

Einen Tag später relativierte er gegenüber "Sport1" die Kritik: "Ich habe mich nach dem Spiel mit dem Schiedsrichter unterhalten. Hätte ich die Gelegenheit vorher gehabt, hätte ich diese Aussage so nicht getroffen." Nun allerdings war sie in der Welt und wie "Bild" von Anton Nachreiner - dem Vorsitzenden des DFB-Kontrollausschusses - erfuhr, bleibt sie dies möglicherweise noch: "Sollte Armin Veh das so gesagt haben, wird dies Anfang der Woche sicher auch ein Thema beim Kontrollausschuss sein."

Ob eine Strafe droht, wird sich zeigen. Das vorherrschende Thema ist ohnehin ein anderes. Der Aufsteiger wartet auf den ersten Heimsieg, am kommenden Sonntag soll es gegen die Berliner Hertha so weit sein. Wer den gesperrten Ehizibue ersetzen wird, ist noch unklar. Als der Holländer in Freiburg (Schwindelanfälle) und nun in München raus musste, rückte jeweils Sebastiaan Bornauw auf die rechte Seite, Jorge Meré agierte dann als Innenverteidiger.

Möglich ist aber auch eine Konstellation mit dem jungen Matthias Bader hinten rechts. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler kam vor der Zweitligasaison aus Karlsruhe zum FC, konnte sich aber nicht im Ansatz in den Vordergrund spielen. Dies gelang ihm überraschend während der Vorbereitung unter dem neuen Trainer. Achim Beierlorzer baute Bader als Alternative sowohl für die rechte als auch für die linke Seite auf, verschaffte ihm in München sein Debüt in der Bundesliga, als er ihn nach 79 Minuten für Marco Höger einwechselte. Ein Kurzeinsatz, der in der Öffentlichkeit fast unterging. Möglicherweise aber der Beginn von etwas ganz Neuem für Matthias Bader.

Frank Lußem