Bayer stoppt mit Geduld und Sicherheitsdenken den Trend

Volland und Alario: Distanztreffer für die Leichtigkeit

Alario und Volland

Torschützen unter sich: Lucas Alario und Kevin Volland. imago images

Die Partie gegen Union Berlin war das 300. Pflichtspiel von Lars Bender für das Leverkusener Profi-Team. Und so verließ der Kapitän nach dem Spiel gegen Union Berlin gleich mit zwei positiven Eindrücken die Bay-Arena. Mit der gerahmten Urkunde für seinen Jubiläumseinsatz ("Das macht mich stolz") sowie dem Erfolgserlebnis gegen den Aufsteiger.

Es ging vor allem nach dem Spiel gegen Dortmund darum, dass wir in der Bundesliga wieder herankommen und für einen Dreier sorgen.

Lars Bender

Dieses war vor großer Bedeutung. "Es ging vor allem nach dem Spiel gegen Dortmund (0:4, Anm. d. Red.) darum, dass wir in der Bundesliga wieder herankommen und für einen Dreier sorgen", stellte der 30-Jährige fest, der vor allem die gegenüber dem zum Teil desolaten Auftritt beim 1:2 gegen Lokomotive Moskau deutlich erhöhte Stabilität der Werkself hervorhob. "Wichtig war, dass wir wieder schnell in den Ballbesitz kamen, wenn wir ihn verlieren, ins Gegenpressing kommen. Die Situation vor dem 2:0, als Wendell vorsticht, war bezeichnend. Darauf haben wir gesetzt. Ballbesitz haben, geduldig spielen, auf den Moment warten und wenn wir den Ball verlieren, schnell zurückerobern. Das haben wir gut gemacht", erklärte der rechte Außenbahnspieler.

Volland: "Wichtig für den Kopf"

Geduld, Stabilität und auch ein erhöhtes Sicherheitsdenken standen ganz oben auf dem Leverkusener Matchplan, der folglich auch kein Feuerwerk hervorrief. Das galt auch nach der schnellen Zwei-Tore-Führung, die eher untypisch für Bayer und gerade für den zweiten Torschütze Lucas Alario mit Distanztreffern erzielt wurde. "Die zwei Treffer waren wichtig für den Kopf", wusste der andere Torschütze, Kevin Volland, nachher zu berichten. Zwei Spritzen Selbstvertrauen auf dem Weg zurück zur offensiven Leichtigkeit, die sich am Samstag aber noch nicht einstellte. Doch weiter Erfolgserlebnisse sollen bewirken, dass Bayer 04 bald wieder so beschwingt wie Bayer 04 spielt.

Dass dies selbst nach dem Platzverweis für Berlins Sebastian Polter nicht wirklich eintrat, erklärte Volland so: "Was uns auf keinen Fall passieren durfte, war ein dummer Ballverlust, ein dummer Konter und dann steht es 2:1 und wir sind wieder die letzten zehn Minuten am Zittern, weil dann nur noch lange Bälle kommen. Das wollten wir vermeiden. Das war vielleicht auch in der einen oder anderen Situation im Kopf, dass wir lieber den Sicherheitsball gespielt haben oder nicht ins totale Risikodribbling gegangen sind", nannte der Angreifer eine mögliche Erklärung. Allerdings weiß der Linksfuß, dass aber genau dieses Risiko, das die Bayer-Profis mit vollem Selbstvertrauen normalerweise selbstverständlich eingehen, dem Offensivspiel der Werkself eine besondere Qualität verleihen kann. "Doch uns machen genau diese Situationen auch stark, wenn man über das Selbstverständnis am Gegner vorbeikommt und das 3:0 macht", so Volland.

Bender richtet den Blick auf Augsburg

Nach drei sieglosen Partien und zwei schwer zu verdauenden Pleiten in Dortmund und gegen Moskau war der Sieg, den man aufgrund des schwachen Gegners nicht überbewerten darf, essentiell wichtig, um die Stimmung nicht kippen zu lassen. Ein Befreiungsschlag war er aber nicht. Doch womöglich ein erster Schritt zur alten Leichtigkeit. "Es war ein stabiler Auftritt. Wir haben kein Gegentor gefressen. Das ist auch gut und muss uns jetzt Vertrauen geben", sagte Bender, "in Augsburg versuchen wir, daran anzuknüpfen, um uns auch Sicherheit zu holen für die nächsten Spiele." Diese ist trotz zehn Punkten nach fünf Spieltagen und dem zweiten Heimsieg in dieser Saison noch lange nicht zu 100 Prozent wiederhergestellt.

Stephan von Nocks

Bilder zur Partie Bayer 04 Leverkusen - 1. FC Union Berlin