Ascacibar kehrt beim VfB Stuttgart zurück

Walter genervt von Barça-Vergleich: "... aber ich muss mir das anhören"

Tim Walter

Trotz Tabellenführung nicht bestens aufgelegt: VfB-Trainer Tim Walter. imago images

Eine Runde Schlaf und der Blick auf die Tabelle haben den Trainer besänftigt. Was seine eigene Mannschaft angeht. Auf die SpVgg Greuther Fürth ist Tim Walter weiterhin nicht gut zu sprechen. Die ruppige Spielweise, die die Franken auch nicht stärker an den Tag gelegt haben als andere VfB-Kontrahenten vor ihnen, hat den 43-Jährigen erbost. "Der Gegner hat sehr ruppig, sehr hart gespielt", sagt Walter, der froh ist, wenigstens positive Nachrichten von den drei Verletzen bekommen zu haben. Gregor Kobel, dem Havard Nielsen unglücklich aufs Knie trat, und Nicolas Gonzalez, den Paul Seguin mit einem üblen Tritt in die Beine vorzeitig in die Kabine schickte, erlitten schwere Prellungen. Beide sollen bis zum kommenden Freitag, wenn es nach Bielefeld geht, wieder einsatzbereit sein. Mit Glück gilt das auch für Gonzalo Castro, der sich ohne Fremdeinwirkung eine Knöchelverletzung leichteren Grades zugezogen hat.

An seiner Generalkritik am Gegner aus Franken, der den Schwaben mit seiner engagierten Vorstellung auch Punkte hätte abnehmen können, ändert das nichts. "Ich habe mir das Spiel nochmal angeschaut. Wir wissen, dass es in der 2. Liga eine harte Gangart gibt und dass wir uns dagegen wehren, besser wehren müssen und können. Aber manche Dinge kann man nicht verhindern. Vor allem, wenn sie absichtlich geschehen." Womit der Coach neben anderen Duellen ganz speziell und vorrangig auf die Aktion Seguins anspielt. "Wir mussten früh zweimal wechseln, was nicht dazu beigetragen hat, dass wir ruhiger, souveräner wurden. Außerdem müssen wir in der ersten Halbzeit einen klaren Handelfmeter bekommen und durch Philipp Klement das 2:0 machen. Dann sieht die Gemengelage ganz anders aus."

Ascacibar darf wieder mitmischen: "Er wird definitiv gebraucht"

Künftig, so Walters Forderung an seine Spieler, müsse man "die Intensität steigern", um sich mehr und besser zu wehren. Hierbei könnte die Rückkehr eines altbekannten Profis helfen. Santiago Ascacibar hat seine klubinterne Sperre abgesessen und ist heute wieder zur Mannschaft gestoßen. "Jeder hat eine zweite Chance verdient", erklärt der 43-Jährige, der von einem "ganz normalen, guten Verhältnis wie vorher auch" spricht. Entsprechend sei die Spielweise des für seine Aggressivität bekannten und gefürchteten Argentiniers mehr denn je gefragt. "Er ist einer, der in solchen Situationen auch mal vielleicht etwas unfairer spielt, als andere. Er versucht dann auch seine Familie zu schützen. So wie ich das als Trainer auch tue. Er wird definitiv gebraucht."

Dennoch will und kann der Coach einen im Raum stehenden und bis Dienstag noch möglichen Wechsel nach Argentinien nicht ausschließen. Ascacibar wurde zuletzt mit seinem Ex-Klub Estudiantes de la Plata in Verbindung gebracht, der ins unteren Tabellenmittelfeld abgesackt ist und Unterstützung sucht. "Man darf nie nie sagen", so Walter, der, ganz unumstößlicher Optimist, die kurze Trainingswoche bis zum Spitzenspiel in Bielefeld wie folgt umschreibt. "Montag ist frei, am Dienstag geht es wieder los, dann fliegen wir am Donnerstag und am Freitagabend gewinnen wir in Bielefeld. So sieht's aus. Was soll ich sonst sagen? Ich bin von meinen Jungs überzeugt, auch wenn sie den Ansprüchen anderer mal nicht genügen."

"Viele meinen wir sind der FC Bayern oder der FC Barcelona der 2. Liga"

Die Schwaben seien auf einem guten, auf dem richtigen Weg. Auf dem es eben auch mal Rückschläge geben könne. Von denen der VfB bisher sogar verschont blieb. "Das ist ein Prozess und der dauert an. Wir sind erst zehn Wochen zusammen", sagt Walter, der sich vor allem von der Favoritenrolle, die den Schwaben anhaftet, genervt zeigt. "Es gibt Mannschaften, die verlieren auch Spiele. Barcelona am Samstag zum Beispiel. Viele meinen wir sind der FC Bayern oder der FC Barcelona der 2. Liga. Es ist nicht so, aber ich muss mir das anhören."

George Moissidis