HSV gibt richtige Antwort auf Derby-Niederlage

Harnik: "Man hat gesehen, was möglich ist"

Martin Harnik

Stand gegen Aue das erste Mal in der Startelf: Sommer-Neuzugang Martin Harnik. imago images

Der Frust nach dem verloren Stadtduell am Millerntor saß beim HSV tief. "Eine Derby-Niederlage wirkt länger nach", hatte Cheftrainer Dieter Hecking unter der Woche befürchtet, zugleich aber von seinem Team eine Reaktion im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue gefordert. Seine Spieler leisteten Folge, gegen Aue behielt der HSV alle drei Punkte im Volksparkstadion und stellte die Gäste derart vor Probleme, dass Veilchen-Torhüter Martin Männel angesichts der Hamburger Übermacht bei "Sky" sagte: "Das war 1. Liga."

Dabei fand die Partie nicht nur aufgrund der vorangegangenen Derby-Schlappe unter erschwerten Bedingungen statt. Aus privaten Gründen hatte Hecking die Vorbereitung nur teilweise vollzogen. Vor und nach dem Spiel gab der 57-Jährige zudem keine TV-Interviews, ließ sich stattdessen von Assistent Dirk Bremser vertreten. Gemeinsam mit seinem langjährigen Vertrauten - das Gespann arbeitet seit 2001 zusammen - hatte er aber zu den richtigen Mitteln gegriffen: Startelf-Debütant Martin Harnik (32) und Kapitän Aaron Hunt (33) sorgten für viel Routine und Ruhe in der Mannschaft. "Erfahrung kann man nicht lernen", erklärte Bremser. "Gerade wenn es mal nicht so läuft und Stresssituationen entstehen, ist Erfahrung Gold wert. Das haben die beiden heute gezeigt."

Van Drongelen gibt den Ballverteiler - Vagnomans Eröffnung

Ein weiterer Kniff darüber hinaus: Rick van Drongelens exponierte Rolle als Ballverteiler aus der Tiefe. Der Innenverteidiger, gegen tief gestaffelte Gäste immer wieder ohne Gegnerdruck an der Mittellinie, hebelte die Auer Defensive mehrmals mit langen Pässen aus, bereitete damit gleich zwei Tore vor und hatte entscheidenden Anteil am klaren Sieg.

Diesen hatte letztlich Josha Vagnoman in der 18. Minute durch eine herrliche Einzelleistung eingeleitet. Der Rechtsverteidiger, wie Harnik Tor-Debütant für den HSV, hatte sich von gleich sechs Gegenspielern nicht irritieren lassen und mit etwas Glück zum 1:0 getroffen. "Das war der Dosenöffner", sagte Harnik. "Dann sind wir ins Rollen gekommen. Da hat man gesehen, was möglich ist."

pau