Das Vertrauen des Trainers freut den Club-Torwart

Mathenia: "Ich war sehr unzufrieden mit mir"

Christian Mathenia

Übte Selbstkritik: Christian Mathenia. imago images

Es lief die 77. Minute, als Christian Mathenia endlich die Gelegenheit bekam, sich auszuzeichnen. Einen Kopfball von Lukas Fröde lenkte Nürnbergs Torwart um den Pfosten. "Was zu halten war, hat er gehalten. Es freut mich für ihn, ich stehe zu ihm", sagte Damir Canadi. Der Trainer hatte dem 27-Jährigen zuvor das Startelfmandat erteilt, obwohl dieser in der noch jungen Saison bereits viermal gepatzt hatte. Dementsprechend erleichtert, aber auch selbstkritisch äußerte sich Mathenia: "Ich bin gefordert, muss Leistung bringen und bin der größte Kritiker von mir selber. Ich war auch die letzten vier Wochen sehr unzufrieden mit mir selbst." Das Vertrauen seines Trainers freut Mathenia: "Toll, dass er mir den Rücken stärkt. Das Spiel war ein erster Schritt."

Weniger zufrieden musste der Führungsspieler mit der Teamleistung sein, mehr als Stückwerk brachte der Club nicht zustande. "Unser Anspruch muss es sein, daheim gegen einen Aufsteiger zu gewinnen. Wenn man 1:0 gegen den KSC zu Hause führt, bei allem Respekt, muss man das nach Hause fahren." Doch dieses Vorhaben misslang, weil sich die Mannschaft zur Unzufriedenheit ihres Trainers in Passivität verfiel und so mit dem dritten Remis in Serie zufrieden sein musste. "Wir hätten die ein oder andere Situation verwerten müssen", galt Canadis Kritik der Offensive, Sebastian Kerk (43.) und Robin Hack (67.) durften sich angesprochen fühlen.

In der Schlussphase hätten sogar eher die Gäste die drei Punkte verdient gehabt, Mathenia verhinderte es mit seiner Parade und bilanzierte nach den vergangenen Wochen: "Es gibt Phasen im Torhüter-Business, in denen man ab und zu mal scheiße aussieht, das ist das Los. Machen wir einen Fehler, ist der Ball direkt drin. Bei Feldspielern gibt es andere, die es ausbügeln können."

Frank Linkesch