Wiesbadener Talfahrt nimmt kein Ende

Rehm: "So haben wir in dieser Liga keine Chance"

Rüdiger Rehm

Sieht großen Verbesserungsbedarf im Zweikampfverhalten: Trainer Rüdiger Rehm (SV Wehen). imago images

0:3 gegen Hannover, 0:5 gegen Regensburg, 2:5 gegen Bielefeld - die Resultate der letzten drei Heimspiele machen wenig Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Die Euphorie des Aufstiegs ist längst verflogen. Die Wiesbadener sind in der Realität des Zweitliga-Abstiegskampfs angekommen. Der Plan von Trainer Rüdiger Rehm, der vor dem jüngsten Auftritt gegen die Arminen noch ankündigte, man "müsse über die Heimspiele kommen", ist am Samstag gnadenlos gescheitert.

Nach der klaren Niederlage gegen seinen Ex-Klub war Rehm nicht um Schönrederei bemüht und sprach die Probleme offen an: "Wenn wir unser Zweikampfverhalten nicht verbessern, haben wir in dieser Liga keine Chance. Dessen bin ich mir bewusst und ich hoffe, die Mannschaft auch. Sonst müssen wir ihr es aufzeigen. Immer und immer wieder." Die durchaus erkennbaren Fortschritte im Offensivspiel wurden durch kapitale individuelle Fehler der Hintermannschaft zunichtegemacht. Die noch unbesiegten Arminen zeigten dem Gastgeber schonungslos die Grenzen auf. "Es ist absolut nicht machbar, in der Defensive so zu agieren wie wir es getan haben", ergänzte Rehm.

So muss der Aufsteiger weiter auf den ersten Sieg warten. Nach sieben Spielen steht nur ein Zähler zu Buche. Die insgesamt 23 Gegentreffer machen das Ausmaß der Situation deutlich. An der Zweitligatauglichkeit des Kaders dürfen berechtigte Zweifel angemeldet werden. Es ist nur vorstellbar, dass es den Hessen gelingt, den Schalter zeitnah umzulegen. Manuel Schäffler, mit zwei Treffern am Wochenende einer der wenigen Lichtblicke, ist dennoch von der Trendwende überzeugt. "Die Mannschaft hat die nötige Qualität. Das tut natürlich jetzt sehr weh, aber wir stehen wieder auf", kündigte der 30-Jährige an.

Der Rückstand aufs rettende Ufer beträgt bereits fünf Zähler. Und ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. "Wir müssen mental stärker werden, dürfen uns von Rückschlägen nicht umwerfen lassen und nicht den Kopf verlieren", forderte Rehm mit Blick auf die kommenden Aufgaben. Doch früher oder später halten die Mechanismen der Branche auch in der hessischen Landeshauptstadt Einzug. Gelingt es dem Aufstiegstrainer nicht, dem Negativlauf zeitnah ein Ende zu setzen, wird eine Weiterbeschäftigung auf Dauer nur schwer vermittelbar sein.

Schon am kommenden Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) bietet sich dem SV Wehen die Möglichkeit zur Wiedergutmachung vor eigenem Publikum. Angesichts der 13 Gegentreffer in den letzten drei Heimspielen eine dringend benötigte Handlung. Doch ohne eine Steigerung auf allen Ebenen, wird auch gegen Mitaufsteiger VfL Osnabrück nur wenig zu holen sein.

Moritz Kreilinger