Zebras schlagen ungarischen Spitzenklub mit 37:31

Dickes Ausrufezeichen: Kiel entzaubert Vorjahresfinalist Veszprem

Harald Reinkind

Er wurde in Veszprem zum "Man of the Match" gekürt: Kiels Linkshänder Harald Reinkind. imago images

Der deutsche Rekordmeister aus Kiel hat in der Champions League mit einem deutlichen Sieg in Veszprem ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Die Mannschaft von Trainer Filip Jicha setzte sich in der "Roten Hölle" - die heißblütigen Zuschauer tragen alle traditionell Rot - nach einer überzeugenden Vorstellung mit 37:31 (16:13) gegen den Finalisten der Vorsaison durch. Für Jicha war es als Coach am zweiten Spieltag der Premierenerfolg in der Königsklasse.

Der Norweger Harald Reinkind, der hinterher wenig überraschend als "Man of the Match" ausgezeichnet wurde, erzielte für die Kieler als bester Werfer acht Tore. Kreisläufer Hendrik Pekeler verzeichnete bei seinen sieben Treffern eine perfekte Wurfquote. Dazu brachte THW-Keeper Niklas Landin die Ungarn mit sehenswerten Paraden vermehrt zur Verzweiflung.

Mahé, Lauge & Co. finden kein passendes Mittel

Nach nicht einmal zwei Minuten lagen die Kieler durch ein Tor von Reinkind und die beiden Treffer von Pekeler mit 3:0 in Führung. Zwar konnte Veszprem zwischenzeitlich ausgleichen, doch in der 28. Minute stellte Linksaußen Rune Dahmke auf 15:10. Der ungarische Serienmeister versuchte mit ständig wechselnden Aufstellungen im Rückraum, den Rückstand zu verkürzen. Aber auch die ehemaligen Bundesliga-Stars Kentin Mahé (Flensburg), Rasmus Lauge (Flensburg) und Petar Nenadic (Füchse Berlin) schafften es nicht, Ordnung in das Spiel der Hausherren zu bringen. Mit seinem Gegenstoß zum 27:22 (45.) stellte Pekeler endgültig die Weichen auf Sieg. Zum Auftakt der neuen Champions-League-Saison hatten sich die Zebras gegen Kielce (Polen) durch einen Gegentreffer in letzter Sekunde noch mit einem 30:30 begnügen müssen.

Der Sieg in Ungarn war der erste Schritt auf dem langen Weg zum Final Four in Köln (30. und 31. Mai 2020). Kiel, vor vier Jahren der bislang letzte deutsche Teilnehmer am Turnier, bekommt es in Gruppe B mit acht Teams zu tun, unter anderem ist auch Titelverteidiger Vardar Skopje dabei. Nur die Gruppensieger qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale.

Der amtierende deutsche Meister SG Flensburg-Handewitt hatte bereits am Mittwoch den zweiten Sieg im zweiten Spiel gefeiert. Das Team von Trainer Maik Machulla gewann vor eigenem Publikum mit 26:19 (12:9) gegen den norwegischen Serienmeister Elverum.

Der Kieler Auswärtssieg im Stenogramm:

Veszprem - Kiel 31:37 (13:16)

Tore für Veszprem: A. Nilsson 5, Omar 5, Blagotinsek 3, Gajic 3/1, Lauge 3, Nenadic 3, Strlek 3, Tönnesen 3, Mahé 1, Marguc 1, Terzic 1
Tore für Kiel: Reinkind 8, Bilyk 7, Pekeler 7, Zarabec 5, Ekberg 3, Wiencek 3, Dahmke 2, M. Landin 1, Weinhold 1
Schiedsrichter: Ivan Pavicevic (Montenegro)/Milos Raznatovic (Montenegro)
Strafminuten: 8 / 6

msc

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