Tauschgeschäft zwischen Sport-Club und FCA hat sich für beide gelohnt

Wiedersehen für Schmid und Niederlechner - Grifos "zweite Familie"

Jonathan Schmid, Florian Niederlechner und Vincenzo Grifo (v.l.).

Wiedersehen macht Freude: Jonathan Schmid, Florian Niederlechner und Vincenzo Grifo (v.l.). imago images (2), Getty Images

Statistisch gesehen gehört der FC Augsburg zu den Lieblingsgegnern der Freiburger, denn von sieben Heimspielen hat der SC sechs gewonnen und nur eins verloren. In der vergangenen Saison feierte der Sport-Club gegen den FCA beim 5:1 sogar einen der höchsten Siege in der Bundesligageschichte, mehr Tore hat er noch nie geschossen.

Nach einem Doppelpack von Nils Petersen und Treffern von Vincenzo Grifo und Luca Waldschmidt setzte der eingewechselte Florian Niederlechner den Schlusspunkt. Seit diesem Sommer stürmt er erfolgreich für Augsburg und war in allen vier Bundesligaspielen an einem Tor direkt beteiligt (zwei Tore, zwei Vorlagen).

Streich über Niederlechner: "Inzwischen ist er Papa geworden..."

"Wir freuen uns ihn wiederzusehen", sagte SC-Trainer Christian Streich, "inzwischen ist er Papa geworden, das ist schön, und er macht es gut in Augsburg." Nur durch seinen Transfer zum FCA sei es möglich gewesen, Jonathan Schmid zu seinem Ausbildungsverein zurückzuholen, der als Rechtsverteidiger bislang alle Spiele gemacht und ein Tor erzielt hat. "Flo ist in Augsburg und Johnny bei uns - damit ist allen gedient", fasste Streich das Tauschgeschäft zusammen. Jetzt hofft er allerdings, dass Niederlechner seine gute Scorerbilanz in Freiburg nicht ausbaut.

Grifo scherzte im Vorfeld, dass er seinem Kumpel noch eine Nachricht schreiben will, dass er "ein bisschen langsamer machen soll". Schließlich hat er am vergangenen Wochenende im Fernsehen nicht nur den Auswärtssieg seines Vereins bei seinem Ex-Klub Hoffenheim gesehen, für das er wegen einer Vertragsklausel gesperrt war, sondern auch das "wahnsinnig schöne Tor", das Niederlechner gegen Frankfurt geschossen hat. "Jetzt versuchen wir ihn am Samstag zu verteidigen, wir kennen ihn ja sehr gut", sagte Grifo.

Grifo: "Ich hatte so viel Euphorie in mir"

Der Italiener brennt nach seiner erzwungenen Pause auf seinen ersten Einsatz im neuen, alten Trikot. "Ich hatte so viel Euphorie in mir und ich wusste, ich darf das nicht auf dem Platz zeigen", berichtete Grifo, der von der TSG enttäuscht war. "Die Verantwortlichen in Hoffenheim wissen, warum ich gehen wollte, ich habe mit allen geredet und kann in den Spiegel schauen."

Jetzt will Grifo allerdings nur noch vorausschauen und sich dem neuen Konkurrenzkampf beim Sport-Club stellen, der zu seiner "zweiten Familie" und seiner "zweiten Heimat" geworden ist. "Natürlich erhoffe ich mir, dass ich viel auf dem Platz stehe, aber dazu muss auch ich Gas geben, mich anbieten und performen", sagte der 26-Jährige.

Beim 5:1-Sieg im Februar gegen den FCA hat er das getan, mit einem direkt verwandelten Freistoß und einer Torvorlage für Petersen durch einen Eckball. "Auch wenn das letzte Heimspiel gegen Augsburg sehr gut für uns lief, ist die Mannschaft generell sehr unangenehm, sehr aggressiv, sie können manchmal aus wenig viel machen", warnte Grifo.

Daniela Frahm