Western Sydney Wanderers: "Wir wollen um die Meisterschaft spielen"

Babbel freut sich über den Coup mit Meier

Unterschreibt in Sydney und trifft auf Trainer Markus Babbel: Alex Meier, zuletzt beim FC St. Pauli.

Unterschreibt in Sydney und trifft auf Trainer Markus Babbel: Alex Meier, zuletzt beim FC St. Pauli. picture alliance

Auch der 14-malige Schweizer Nationalspieler Pirmin Schwegler (32), der für Leverkusen, Frankfurt, Hoffenheim und zuletzt Hannover 233 Bundesliga-Einsätze (7 Tore) hatte, gehört zu Babbels Kader. "Pirmin und Alex sind genau die Typen, die wir brauchten", sagt der 51-malige deutsche Nationalspieler Babbel zum kicker, "beide sagten, dass sie nicht wegen des schönen Lebens hierher kommen, sondern weil sie Bock haben, hier zu spielen und etwas Neues kennen zu lernen."

Nach einem Telefonat waren sich Babbel und Meier einig

Babbel hatte Meier schon vor einem Jahr im Auge, doch dann konkretisierte sich das Interesse nicht. Als er vor der anstehenden Runde wieder nach einem Stürmer suchte und einen Artikel über den joblosen Meier las, rief er sofort dessen Berater an, am vorigen Samstag. Tags darauf kam die Antwort, dass sich Meier ein solches Engagement sehr wohl vorstellen könne. Nach einem Telefonat waren sich Babbel und Meier einig, die finanzielle Frage war auch schnell besprochen, so dass in wenigen Tagen alles klar war.

Mit den beiden ehemaligen Bundesliga-Profis streben Babbel und sein Klub in jedem Fall die Zulassung zu den Playoffs an. Dazu ist mindestens Platz 6 nötig - in der Spielzeit 2018/19 hatte es nur zu Rang 8 nach der so genannten Regular Season in der A League Australiens gereicht.

Doch bei der Qualifikation für die Playoffs allein soll es nicht bleiben. "Wir wollen um die Meisterschaft spielen", sagt Babbel ohne Umschweife, "zumindest jedoch ins Halbfinale." Dazu sollen die Zuschauer - im Schnitt kommen 20 000 - mit gutem Fußball unterhalten werden. Das Niveau der A League verortet Babbel zwischen Zweiter und Dritter Liga in Deutschland, mit weniger Physis und Defensive, aber offensiver ausgerichtet als in der Zweiten Liga.

"Ein bisschen Fußball spielen und dann ab an den Beach, so läuft es nicht"

Doch eine ruhige Kugel zum Ausklang der Karriere soll ganz und gar nicht geschoben werden. "Ich habe Alex gesagt, dass wir nicht wegen des schönen Lebens hier sind, sondern weil wir Erfolg haben wollen, und genau so arbeiten wir hier", sagt Babbel. "Ein bisschen Fußball spielen und dann ab an den Beach, so läuft es nicht."

Meier trifft in Sydney auf einen Verein, der infrastrukturell "sensationell gut aufgestellt ist", wie Babbel begeistert sagt: Sein Trainerteam mit einem Assistenten, Videoanalysten und Fitnesscoach hat einen europäischen Hintergrund, "es ist das beste, das ich je hatte", sagt Babbel. Zudem sind Trainingsgelände und Stadion neu. Nun muss es auf dem Platz klappen. Schwegler hat sich da schon gut eingeführt. "Und Alex kann kicken", sagt Trainer Babbel, "er wird die Dinger reinhauen."

In 276 Bundesliga-Auftritten gelangen Meier 93 Treffer, also in jedem dritten Spiel einer; diese beachtliche Quote erreichte er ebenso in der Zweiten Liga: 39 Tore in 105 Spielen. Die Saison beginnt in Australiens erster Liga für die Wanderers am 12. Oktober. "Bis dahin", sagt Babbel, "werden wir Alex Meier in Topverfassung haben."

Karlheinz Wild